Brücke sorgt für Wirbel. Herbert Poyntner attackiert Gemeinde, „Vize“ Walter Kirchner kontert.

Von Alex Erber. Erstellt am 19. April 2019 (04:04)
Herbert Poyntner: „Diese Brücke ist falsch situiert!“
Günther Schwab

Herbert Poyntner hat als ehemaliger Kommandant der Polizeiinspektion Herzogenburg ein wachsames Auge. Als Pensionist spaziert er oft durch die Römerstadt und stößt auf Dinge, die seinen Unmut erregen. Böse ist er, weil Vertreter der Stadtgemeinde seine Änderungs- beziehungsweise Verbesserungsvorschläge nicht oder nur ungenügend wahrnehmen würden. „Eine Stadträtin hat mich sogar angepöbelt, dass ich zu wenig informiert sei“, ärgert sich Poyntner und meint damit ausgerechnet seine ehemalige Berufskollegin, die Polizistin Birgit Grill (SP).

„Man kann das Ganze exzessiv betreiben“

Erste Reaktion von Vizebürgermeister Walter Kirchner, ebenfalls SP: „Wir freuen uns über Bürger, die mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Wir freuen uns auch über jeden Vorschlag. Man kann das Ganze aber auch exzessiv betreiben und in jeder Hinsicht übertreiben. Das ist hier leider eindeutig der Fall.“

Worum geht es konkret? „Zur Zeit ist eine sehr aufwendige, kostenintensive Brücke in Arbeit, die als Fluchtweg für den Kindergarten dienen soll. Diese wurde meiner Meinung nach am falschen Platz situiert. Hätte man diese auf Höhe des vorgesehenen Parkplatzes beim Heizwerk (sogenanntes Karibergerl) platziert, könnte auch die Allgemeinheit, wie etwa die Kleingartenbenutzer, davon profitieren“, schildert Herbert Poyntner.

Dass Steuergelder nur für den Kindergarten verwendet werden, könnten die Traismaurer nicht verstehen. Er wolle zum Umdenken anregen und die Brücke auf dem vorgesehenen Platz doch noch für die Öffentlichkeit zugängig zu machen. Dies wäre ohne großen Aufwand durchaus möglich. Poyntner vermutet: „Meiner Meinung nach will man mit der Brücke auch der Verparkung der Traisenlände entgegenwirken.“

Damit hat er ins Schwarze getroffen, aber, wie Vizebürgermeister Walter Kirchner betont, nicht in erster Linie: „Es geht uns darum, dass die Kinder in einem Ernstfall, den sich niemand wünscht, eine Fluchtmöglichkeit nicht nur ins Freie bekommen, sondern geordnet zum Feuerwehrhaus geleitet werden können. Dort ist eine Erstversorgung und Betreuung möglich, die Kinder können von dort komplikationslos von den Eltern abgeholt werden.“

„Kein einziger Punkt ist umgesetzt“

Zweiter positiver Effekt sei, dass das Personal dann auf einem Platz zwischen den Kindergärten Ib und II parken könne, was die gegenwärtige Situation an der Traisenlände tatsächlich entspanne.

Es geht Herbert Poyntner jedoch nicht nur um den Steg über den Mühlbach, sondern um Belange der Verkehrssicherheit. Nach einem Gespräch mit Stadtrat Walter Grünstäudl (SP) hat er ein Neun-Punkte-Protokoll erstellt: „Das Ganze war im vergangenen Oktober, nicht ein einziger Punkt ist umgesetzt“, ärgert sich der Pensionist.

So seien zum Beispiel wurden Veranstaltungs-Ankünder an den Kreuzungen B 43/Donaustraße und B 43/Kellergasse) sichtbehindernd aufgestellt worden: „Obwohl ich ihnen eine ausführliche Begründung vorlegte, wehren sich die Gemeindeverantwortlichen beharrlich, die Ankünder zu entfernen. Sie wollen erst eine Verkehrsverhandlung abwarten.“

„Stimmt nicht“, kontert Vizebürgermeister Kirchner. Es habe bereits Verkehrsverhandlungen gegeben: „Alle Hinweisschilder sind behördlich genehmigt.“

Außerdem urgiert Herbert Poyntner diverse Maßnahmen rund um den Gartenring. Dazu gehört beispielsweise die neue Kennzeichnung des Rad-/Gehweges von der Firma Stöger bis zur Raiffeisenbank. Außerdem sei der Platz vor dem ehemaligen Café Zeitlos beschädigt und gehöre ebenso saniert wie die Steinmauer vor dem China-Restaurant.

Der Vizebürgermeister bittet um Geduld: „Die Raiffeisenbank wird demnächst umfangreiche Umbaumaßnahmen vornehmen. Wir wollen sie abwarten und erst anschließend diverse Sanierungen durchführen.“