„Existenzbedrohend“: Trafik kämpft um Parkplätze. Im Kreisverkehr befinden sich zwei Stellflächen. Sie werden aufgelassen. Herbert Poyntner schäumt.

Von Alex Erber. Erstellt am 26. August 2020 (06:03)
Herbert Poyntner mit seinem Sohn Jochen vor der Trafik: „Rechne mit Einbußen von 40 Prozent.“
NOEN

In der Römerstadt werden, wie berichtet, voraussichtlich Mitte September, zwei Kreisverkehre saniert. Im Zuge dieser Arbeiten werden zwei Parkplätze, die sich im Kreisverkehr vor der Trafik Poyntner befinden, aufgelassen.

Vorangegangen ist eine Verkehrsverhandlung, bei der neben dem Verkehrssachverständigen der Bezirkshauptmannschaft auch die Stadträte Veronika Haas und Christoph Grünstäudl, Stadtamtsdirektor Herbert Schöffl und Vertreter der Polizei sowie der Straßenmeisterei anwesend waren.

Unmissverständliches Ergebnis: Die beiden Parkplätze vor der Tabaktrafik stellen große Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar, das Unfallrisiko ist (zu) hoch. Aus heutiger, moderner Sicht sind die Parkplätze nicht mehr tragbar. Konsequenz ist ihre Auflassung.

Bezirkshauptmann Josef Kronister lässt keine Zweifel offen: „Die Stellflächen müssen weg.“ Er sei für andere Lösungen gesprächsbereit.

„Für uns ist das Ganze existenzbedrohend“

Betreiber der Trafik ist Jochen Poyntner, er ist schwer und unheilbar krank, deswegen wird der Kiosk derzeit von seinem Vater Herbert geführt. Er erfuhr die Schock-Nachricht aus den Medien: „Für uns ist das Ganze existenzbedrohend. Es bedeutet einen Geschäftsrückgang von rund 40 Prozent.“

Der ehemalige Polizist, er war Inspektionskommandant in Herzogenburg, versteht die Welt nicht mehr: „Es können dann weder Kunden mit Handicap oder Lieferanten, noch ich beim Abtransport der Kartonagen dann parken. Als der Spar-Markt errichtet wurde, sind uns schon sechs Parkplätze weggenommen worden. Jetzt will man uns, obwohl die Wirtschaft in Traismauer ohnehin stagniert, noch die letzten Parkplätze wegnehmen; ein schönes Geburtstagsgeschenk zum 100-jährigen Bestehen unserer Trafik.“

Bürgermeister Herbert Pfeffer: „Ich habe mit dem Protest gerechnet, doch der Entscheidung des Verkehrssachverständigen ist Rechnung zu tragen. Wir arbeiten an einer Lösung, etwa an einem barrierefreien Zugang vom Spar-Parkplatz her. Mit dem Unternehmen ist das Einvernehmen bereits hergestellt.

Gesprächstermin im September

Herbert Poyntner ist auch nicht untätig und wird der Bezirkshauptmannschaft und dem Bürgermeister Vorschläge anbieten: „Ich bin an einer vernünftigen und friedlichen Lösung sehr interessiert.“

Ein persönlicher Gesprächstermin mit dem Stadtchef ist für September anberaumt.