Kriminelle Teenies: Emsig wie die Bienen. Zahlreich verübten Teenies Einbrüche. Zwei kassierten nun bedingte Strafen. Der Rädelsführer stand nicht vor dem Richter. Er war zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 08. September 2014 (15:09)
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Als Einbrecher übten sich drei junge Burschen aus dem Raum Traismauer, zwei von ihnen sitzen nun vor dem Jugendrichter. Strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann der Rädelsführer, er war zu den Tatzeitpunkten erst 13 Jahre alt.

„Eltern haben seit Jahren keinen Einfluss mehr“

Lang ist die Liste der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, rund 1.300 Seiten lang der Schlussbericht der Ermittler und Negatives berichtet die Jugendwohlfahrt.

„Es gibt Probleme bei der Einhaltung von Regeln und Grenzen, Eltern haben seit Jahren keinen Einfluss mehr“, lautet es da in einem Bericht. Warum die Teenies sich im Kriminal geübt haben? „Keine Ahnung“, sagt der 16-Jährige, „Aus Spaß“, meint der 15-Jährige.

Einbruch in Sakristei und Stadtmuseum 

In der Stadtpfarrkirche in Traismauer brachen die Burschen in die Sakristei ein, entwendeten Schüssel zu Opferstöcken und leerten diese. Beute: geschätzte 20 bis 30 Euro.

„Der entstandene Schaden ist aber wesentlich höher“, sagt Pfarrer Josef Seeanner im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Denn: „Ein Opferstock musste erneuert werden und auch das Schloss der Sakristeitür.“ Auch in der Pfarrkirche in Stollhofen wollten die Teenies zuschlagen, standen aber vor verschlossener Eingangstür.

Im Stadtmuseum Traismauer hatten die Burschen mehr Glück, dort stiegen sie durchs Fenster ein, leerten die Handkassa. Beute: rund 270 Euro.

Ein Fenster schlugen die Jugendlichen in Oberndorf beim FC Klausenstüberl ein und sackten Bares ein. Weniger Glück hatten sie bei einem Diskonter in Traismauer. Als sie dort versuchten, die Notausgangstür zu öffnen, schrillte der Alarm.

„Es beginnt flach und steigt steil“

Alles ist das nicht: Einen Zigarettenautomaten manipulierten die Burschen, um an Rauchwaren zu kommen. „Die Kunden haben sich bei mir beschwert, dass sie Geld in den Automaten geworfen haben, aber nichts rausgekommen ist. Jetzt habe ich eine Überwachungskamera installiert“, erklärt der Trafikant. Und ein Luftdruckgewehr samt Projektilen ließen die Teenager aus einer Hütte mitgehen.

Der Staatsanwalt spricht sich gegen Diversion aus. „Es wird aber nur bedingte Strafen geben, so ist es im Jugendstrafgesetz, es beginnt flach und steigt steil“, so Patrick Hinterleitner.

Für den 15-Jährigen setzt es wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls sechs Monate bedingt, der Beitragstäter kommt mit drei Monaten bedingt davon. Rechtskräftig.