Liste MIT erhebt Vorwürfe gegenüber Wohnbaupreis-Jury. Liste MIT übt harte Kritik an Zusammensetzung der Jury. Siegergenossenschaft „Alpenland“ geht nicht direkt darauf ein.

Von Alex Erber. Erstellt am 30. Januar 2018 (05:32)
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Das neue Gebäude am Hauptplatz 11 wird neue Heimstätte des Volkshilfe-Tagesbetreuungszentrums.

Das Objekt Hauptplatz 11, in dem das „Betreute Wohnen“ untergebracht ist, wurde, wie exklusiv berichtet, mit dem „NÖ Wohnbaupreis 2017“ ausgezeichnet. Während sich SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer darüber sehr freute, erhebt die Liste MIT schwere Vorwürfe. Ihr missfällt die Zusammensetzung der Jury.

NOEN, Liste MIT
MIT-Obmann Rudolf Gerlach: „Architekten der Fachjury sind befangen.“

MIT-Obmann Rudolf Gerlach fährt mit sehr schweren Geschützen auf und poltert: „Die Architekten der Fachjury sind hinsichtlich der Siegergenossenschaft, der Genossenschaft ,Alpenland‘, eindeutig befangen. Gleich zwei der drei Architekten der Fachjury beziehungsweise deren Unternehmen sind oder waren direkte Auftragnehmer der Wohnbaugenossenschaft ,Alpenland‘ und stehen damit in einem direkten wirtschaftlichen Auftragsverhältnis zu dieser Genossenschaft. Der dritte Fachexperte im Bunde ist oftmaliger Auftragnehmer gleich einiger NÖ Wohnbaugenossenschaften.“

„In Wahrheit ist das eine reine Inzucht“ 

Der Juryvorsitzende sei gleichzeitig auch Obmannstellvertreter der ARGE Wohnen NÖ, die vom „Alpenland“-Obmann Norbert Steiner wesentlich beeinflusst werde.

Rudolf Gerlachs ganz bitteres Fazit: „Das ist in Wahrheit eine reine Inzuchtveranstaltung, bei der einander Architekten und Genossenschaften ganz offen Jahr für Jahr wechselseitig für monströse Zweckbauten ein kreatives Deckmäntelchen verleihen, der dann sogar in der Öffentlichkeit noch als unabhängiger Architekturpreis verkauft werden soll.“ Überdies halte die Juryzusammensetzung keinem internationalen Standard stand.

Seitens der Wohnbaugenossenschaft „Alpenland“ heißt es: „Der NÖ Wohnbaupreis hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für Baukultur zu stärken. Demzufolge wurde vor mehreren Jahren der NÖ Wohnbaupreis ins Leben gerufen, um vorbildliche Leistungen von Planern und gemeinnützigen Wohnbauträgern zu würdigen. Hauptkriterium ist die ausgewogene Verbindung zwischen architektonischer Qualität, energetischen, ökologischen und nutzerfreundlichen Merkmalen ebenso wie leistbarem Wohnen“, erklärt Prokuristin Elfriede Mörtl.

Organisiert werden das Auswahlverfahren und die Preisverleihung vom „NÖ Verein zur Verleihung des Wohnbaupreises“, der sich in enger Zusammenarbeit mit dem Land NÖ auf die Suche nach den besten NÖ Projekten im geförderten Wohnbau begibt.

„Projekt ist längst Teil des Stadtbildes“

Mörtl: „,Alpenland‘ ist stolz darauf, seit längerer Zeit wieder eine Auszeichnung für Innovation und Weiterentwicklung im kommunalen Wohnbau bekommen zu haben. Dieses Siegerprojekt spiegelt die Herausforderung zwischen dem Erhalt des denkmalgeschützten Bestandes in Verbindung mit moderner Bauqualität und sinnbringender Nutzung in Form von ,Betreutem Wohnen‘ wieder. Umso mehr freut es uns, dass dieses stets kritisch diskutierte Projekt längst zu einem integrierten Teil des Stadtbildes und lebenswertem Zuhause für ältere Bürger der Region geworden ist.“