Lücke im Hochwasserschutz wird geschlossen. Die Baumaßnahmen zum Lückenschluss des Traisen-Hochwasserschutzes in Traismauer und Nussdorf schreiten zügig voran.

Von Günther Schwab. Erstellt am 15. September 2021 (04:29)
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Lokalaugenschein an der Traisen: Projektleiter Adalbert Haydn, Claudia Horvath, Bauleiter Andreas Gruber, Thomas Krassnitzer, Bürgermeister Herbert Pfeffer, Stadtrat Christoph Grünstäudl, Franz Rauscher, Bauamtsleiter Thomas Riederer und Ida Stangl (von links).
Günther Schwab

Seit rund 15 Jahren befindet sich der Hochwasserschutz in den Gemeinden Traismauer und Nussdorf in der Umsetzungsphase. Aufgrund der Erkenntnisse aus mehreren Hochwasserereignissen in den 90er- Jahren und im August 2002 begann man mit den konkreten Planungsüberlegungen. Im Jahr 2005 erfolgten die Grundsatzbeschlüsse zur Umsetzung. Mit dem Hochwasserschutz wurde auch der Traisentalradweg schrittweise ausgebaut.

Ein Großteil der Bauarbeiten ist bereits durchgeführt. Allerdings kamen sie 2017 zum Stillstand. Nach mehrjähriger Pause und der Freigabe der Finanzmittel durch den Bund konnten im Vorjahr die Arbeiten zum Lückenschluss zwischen dem Oberndorfer Steg und der Traisenbrücke über die Bundesstraße 43 am linken Traisenufer wieder aufgenommen werden.

„Das Herzstück des Gesamtprojekts“

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass der letzte Bauabschnitt, der Lückenschluss im Bereich des Überlaufgerinnes flussaufwärts über die Gemeindegrenze hinweg, künftig auch die Bewohner in St. Georgen/Rittersfeld bestens schützt und ruhiger schlafen lässt!“, so Bürgermeister Herbert Pfeffer (SPÖ).

Es handle sich um das Herzstück des Gesamtprojektes, das sich nun schon fast über zwei Jahrzehnte erstrecke. Gewaltige Erdbewegungen seien zurzeit im Gange. Pfeffer: „Sie zeigen, welches große Ausmaß dieser letzte Abschnitt hat. Starkregenereignisse, wie wir sie in diesem Sommer leider erfahren mussten, werden uns voraussichtlich auch in Zukunft nicht verschonen. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind daher unbedingt notwendig.“

Derzeit werden die Baumaßnahmen mit Hochdruck umgesetzt und bereits im kommenden Frühjahr soll der neue Abschnitt des Hochwasserschutzes voll funktionsfähig sein.

„Rund 50.000 Kubikmeter an Material (Anmerkung: Schotter, Kies und Erdreich) wurden bislang abgebaut und fast zur Gänze bei den diversen Dammschüttungen wieder eingebaut. Die Maßnahmen sehen zum Teil Mauern als auch Erddämme in mehreren Bereichen vor“, erläutert Projektleiter Adalbert Haydn vom Ingenieurbüro Lang. Heuer und im kommenden Frühjahr liege der Fokus in auf der Fertigstellung des Hochwasserschutzes, im nächsten Jahr stehe die Rekultivierung und Neugestaltung des sogenannten „Zweistromlandes“ zwischen Traisen und dem Entlastungsgerinne im Mittelpunkt.

Durch die Maßnahmen wird das bebaute Gebiet westseitig der Traisen im Bereich Rittersfeld und St. Georgen vor Hochwässern mit 100-jähriger Auftrittswahrscheinlichkeit geschützt.

Im Herbst 2022 sollen die finalen Hochwasserschutzarbeiten abgeschlossen sein.