Paketzusteller langte kräftig zu. Rumäne (24) bediente sich an Paketen, die er liefern sollte. Er erbeutete Schmuck, Smartphones, Laptops, Kosmetika und ein Gewehrvisier. Gesamtschaden: rund 10.000 Euro.

Von Alex Erber. Erstellt am 18. November 2020 (04:31)
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Dass sich in einem Müllcontainer zwei leere Mobiltelefon-Schachteln befinden, ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Die „Beigabe“ war es, die einen aufmerksamen Weinviertler stutzig werden ließ. In dem Mistkübel lag Schmuck. Angesichts des außergewöhnlichen Fundes alarmierte der Mann die Polizeiinspektion Hollabrunn.

Bei genauerer Untersuchung des Containers entdeckte man auch Unterlagen der Traismaurer Niederlassung des Paketzustellers GLS.

Die Hollabrunner Polizisten setzten sich in der Folge mit ihren Kollegen aus der Römerstadt in Verbindung. Für die Traismaurer Exekutive kam der Anruf nicht überraschend, denn das Unternehmen hatte bereits bekannt gegeben, dass mehrere Pakete fehlen würden.

Die Traismaurer Polizei forschte in der Folge zwei rumänische Staatsbürger (beide 24) als dringend tatverdächtig aus. Keine Minute zu spät: In ihrem Privat-Auto hatten sie jede Menge Beute zum Abtransport vorbereitet. Versteckte Smartphones, Laptops, ein Netbook, mehrere teure Parfums, ein Gewehrvisier, Kosmetikartikel sowie eine Vielzahl an edlem Schmuck konnten sichergestellt werden.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten genehmigte im Anschluss eine Durchsuchung der Wohnung eines Rumänen im Bezirk Krems. Prompt wurde die Polizei fündig und verhinderte somit, dass noch weiterer Schmuck den Besitzer wechselt.

Bei den Erhebungen stellte sich heraus, dass einer der beiden 24-Jährigen im Zeitraum von elf Tagen mindestens 17 Pakete unterschlagen beziehungsweise gestohlen haben dürfte. Dadurch entstand ein Gesamtschaden von mindestens 10.000 Euro.

Bei seiner Einvernahme zeigte sich das Duo weitgehend geständig, wenngleich es kein konkretes Motiv nennen konnte. Der mutmaßliche Haupttäter wurde verhaftet und in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Sein Komplize will nur als Fahrer fungiert haben. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Pech: Schmuck im Paket vergessen

Dass sie geschnappt wurden, verdanken die beiden Rumänen nicht nur dem aufmerksamen Weinviertler, sondern auch sich selbst, denn ein Moment der Schlampigkeit genügte: „Die beiden Männer hatten den Schmuck, der in Hollabrunn vorgefunden wurde, schlicht und einfach im Paket übersehen“, erklärt ein Ermittler.