Polizisten mit Gartenmöbeln attackiert. 32-Jähriger soll Lebensgefährtin und zwei Polizisten attackiert und verletzt haben.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 23. September 2020 (04:27)
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 Weil ihm mehrfache, zum Teil schwere, Körperverletzung sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen werden, muss sich ein 32-Jähriger vor dem Richter verantworten.

Konkret soll er am 9. Juni, nachdem er bereits gegen seine damalige Lebensgefährtin gewalttätig geworden war, zwei Polizisten mit Teilen einer Gartengarnitur verletzt haben. Der Angeklagte gibt an, dass den Handgreiflichkeiten ein Streit mit seiner Lebensgefährtin vorausgegangen sei. „Ich habe sie geschimpft, dann hat sie mich geohrfeigt“, so der Mann. Ihm seien die Sicherungen durchgebrannt, anschließend könne er sich aber an nichts mehr erinnern.

„Wir wurden von Nachbarn wegen häuslicher Gewalt gerufen“, sagt der diensthabende Polizist vor Gericht. Laut deren Angaben habe der Angeklagte seine Lebensgefährtin geschlagen und ins Stiegenhaus gezerrt.

Kopf war blutüberströmt

„Ich habe Ausholbewegungen, die auf einen Faustschlag schließen lassen, gesehen“, erzählt die Zeugin dem Richter. Außerdem habe ihr die Lebensgefährtin selbst, deren Kopf blutüberströmt war, gesagt, sie solle die Polizei rufen.

Als die Beamten eintrafen, befanden sich der Angeklagte sowie seine Lebensgefährtin in der Wohnung. Die Türe wurde ihnen aber nicht geöffnet. „Wir sind hinausgegangen und haben den Angeklagten am Fenster stehen gesehen, von dort aus hat er uns wüst beschimpft“, so der Polizist weiter. Der 32-Jährige kam schließlich aus dem Haus und attackierte die beiden Beamten mit Sesseln sowie dem Tisch einer Gartengarnitur. Dabei wurde einer der beiden Polizisten verletzt. Als der Angeklagte anschließend selbst auf die beiden Beamten losging, wurde auch der zweite Polizist verletzt.

Der 32-Jährige habe, selbst nachdem ihm die Handfesseln angelegt wurden, vehement Widerstand geleistet und die Beamten ununterbrochen beschimpft.

Auch die Lebensgefährtin ist vor Gericht als Zeugin geladen, sie nimmt aber von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch.

Der 32-Jährige wird wegen der Vergehen der schweren Körperverletzung sowie des Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Geldstrafe zu 300 Tagessätze á 25 Euro verurteilt. Außerdem muss sich der 32-Jährige in psychotherapeutische Behandlung begeben. Zudem nahm er einen Teil der Schmerzensgeldansprüche der beiden Polizisten an, die er ebenfalls zu begleichen hat. Hinsichtlich des Verdachts der Körperverletzung gegenüber seiner Lebensgefährtin wird der Mann freigesprochen.