Schwere Vorwürfe: 29-Jähriger vor Gericht

Zahlreiche schwere Vorwürfe erhebt Ex-Lebensgefährtin gegen 29-Jährigen. Dieser zeigt sich teilweise geständig.

Melanie Baumgartner
Melanie Baumgartner Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:38
Gericht Prozess Urteil Symbolbild
Foto: shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy

Wegen einer Vielzahl schwerer Vorwürfe – fortgesetzte Gewaltausübung gegen seine damalige Lebensgefährtin, sexueller Missbrauch, beharrliche Verfolgung und Erpressung – sitzt ein 29-Jähriger am Landesgericht St. Pölten.

Die Vorfälle hätten Ende August/Anfang September begonnen. Auslöser für die Streitigkeiten war meist Geld. „Ich ging arbeiten und bezahlte die Hälfte der Miete, zwei Autos und den Hund. Er war Zuhause und verspielte unser ganzes Geld“, schildert die damalige Lebensgefährtin. Immer häufiger folgten den verbalen Auseinandersetzungen auch Ohrfeigen. „Ich hielt meine Hände immer vors Gesicht, um es zu schützen“, erzählt die Frau.

„Sie hat mich provoziert und ich habe daraufhin im Affekt gehandelt und ihr Ohrfeigen gegeben“Der Angeklagte

Der 29-Jährige bestätigt das der Richterin. „Sie hat mich provoziert und ich habe daraufhin im Affekt gehandelt und ihr Ohrfeigen gegeben“, sagt der Angeklagte und fügt hinzu: „Ich habe aber nie stark hingeschlagen.“ Dass er sie außerdem geschlagen und getreten habe, verneint er aber.

Außerdem steht der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs im Raum. Laut Anklage soll sich der 29-Jährige an seiner schlafenden Freundin vergangen haben. Auch das leugnet der Mann. „Wir haben uns geküsst. Sie hatte die Augen offen. Als sie gesagt hat, dass sie das nicht wolle, habe ich aufgehört“, schildert der 29-Jährige. Auch sein Verteidiger sieht den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs kritisch und ortet hier weiteren Klärungsbedarf. Bei einem weiteren Vorfall soll der Angeklagte seine Ex-Freundin an ihrem Arbeitsplatz aufgesucht und einen niedrigen Geldbetrag gefordert haben. Weil sie es ihm aber nicht ausgehändigt hat, solle er ihr einen Stoß versetzt haben. Der 29-Jährige schildert die Situation allerdings anders: „Als sie mir gesagt hat, dass sie das Geld nicht hat, bin ich hinausgegangen. Sie ist mir gefolgt und es ist zum Streit gekommen. Da ging es dann aber nicht mehr um Geld.“

Nicht nur bei diesen Vorwürfen bedarf es weiterer Zeugen und Überprüfungen, sondern auch beim Vorwurf des Stalkings. Laut dem Angeklagten hat die Kontaktaufnahme auf Gegenseitigkeit beruht. Einige Tage vor der Verhandlung habe sie ihn erneut kontaktiert. Um weitere Zeugen einvernehmen zu können und die Kontaktaufnahme zu überprüfen, wird die Verhandlung vertagt.