Pärchen brach bei den Großeltern ein. Eine 22-Jährige und ihr Freund erleichterten Großeltern um Bares und Schmuck. Richter verhängte 30 Monate teilbedingte Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 23. Mai 2018 (04:10)
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Symbolbild

„Wir sind sehr enttäuscht, denn wir hatten ein gutes Verhältnis“, sagt eine St. Pöltnerin. Gleich drei Mal war im Haus der Pensionistin eingebrochen worden. Als die Täter ausgeforscht wurden, fielen die Frau und ihr Ehemann aus allen Wolken. Ihr Enkelsohn und dessen Freundin aus Traismauer hatten sie um Bares und Schmuck im Wert von 20.000 Euro erleichtert.

Straffrei ging der Enkelsohn aus. Weil die Tat im Familienverband begangen wurde, muss er vor Gericht nicht Rede und Antwort stehen. Seine 22-jährige Freundin aber muss sich wegen gewerbsmäßig schweren Einbruchsdiebstahls verantworten.

„Sie waren doch nicht am Verhungern und haben das Vertrauen schändlichst missbraucht!“Richter im Prozess zu der angeklagten Traismaurerin

Im Prozess am Landesgericht bereut sie zutiefst. „Ich habe täglich überlegt, ob ich die Taten gestehen soll“, sagt sie unter Tränen. Als Motiv für die Einbrüche, zwei im Sommer 2017, eine versuchter am Heiligen Abend und einer zu Silvester, gibt sie Geldnot an. „Wir hatten mordsviel Schulden. Der Leidensdruck war so groß, so habe ich ihn zum Haus chauffiert“, erzählt sie. Während sie Schmiere stand, brach der Freund mit gestohlenem Schlüssel ins Haus seiner Großeltern ein und machte sich auf die Suche nach Beute.

„Ich bin schon länger im Geschäft und weiß, so etwas kommt nicht oft vor. Sie waren doch nicht am Verhungern und haben das Vertrauen schändlichst missbraucht. Das muss man bei der Strafbemessung berücksichtigen“, sagt Richter Slawomir Wiaderek zur bislang unbescholtenen Angeklagten und verhängt über sie 30 Monate teilbedingte Freiheitsstrafe, zehn Monate davon unbedingt. Hinter Gitter muss die Traismaurerin aber nicht. „Fußfesselvollzug ist möglich“, erklärt der Richter. Weiters muss die Angeklagte 10.000 Euro den Opfern bezahlen und weitere 10.000 Euro Verfall an den Staat berappen.

„Die eigenen vier Wände sind besonders geschützt, denn bei den Einbruchsopfern ist das Sicherheitsgefühl weg“, begründet der Richter.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.