Streit eskalierte: „Du sollst sterben und nicht Opa“. Pensionistin fühlt sich von Tochter und deren Lebenspartnerin gestalkt. SMS brachte Fass zum Überlaufen. Der Konter ist energisch.

Von Alex Erber. Erstellt am 25. Februar 2021 (03:53)
Man sollte niemals Elektrogeräte beim Baden verwenden
APA (dpa)

Eine Pensionistin blickt auf ein turbulentes Leben zurück. Sie war zwei Mal verheiratet und danach mit einem Mann liiert, der vor elf Jahren verstorben ist. Seitdem lebt die Frau allein: „In der Corona-Zeit bin ich etwas fülliger geworden, ich bin aber keineswegs dick oder hässlich“, sagt sie. Immerhin: Mit dem zweiten Ex-Mann besteht Kontakt. Die 67-Jährige, nach eigenen Angaben selbst schwer herzkrank, sorgt sich um seine Gesundheit: „Er hat einen kleinen Garten, doch der Rasenmäher ist zu schwer für ihn.“

Ein komfortableres, dennoch nicht allzu teures Modell soll her, um ihm das Mähen zu erleichtern. Doch das Gerät kann die Frau finanziell allein nicht stemmen, weshalb sie sich an ihre Tochter mit der Bitte um monetäre Unterstützung wandte.

Die Tochter wiederum hat einen Sohn aus einer Hetero-Beziehung, nun lebt sie in Beziehung mit einer Frau. Der Kontakt mit ihrer Tochter, so stellt die Pensionistin fest, sei nicht allzu gut. Schuld daran sei in erster Linie ihre Lebenspartnerin. Jedenfalls fühle sie sich sogar gestalkt: „Ich habe deswegen extra schon einen Rechtsanwalt kontaktiert, der einen Brief verfassen sollte, damit das Stalken unterbunden wird.“

Das Vorhaben scheiterte, weil ihr die Adresse der Tochter nicht bekannt ist: „Ich kann nicht dorthin gehen, der Weg ist für mich zu weit“, erklärt die Pensionistin.

„Du sollst sterben und nicht der Opa“

Das Fass zum Überlaufen gebracht habe jedenfalls nun aber eine SMS, die sie von ihrem Enkel erhalten habe: „Du sollst sterben und nicht der Opa“, kann man in der Nachricht lesen. Angeblich als Reaktion auf die Bitte um finanzielle Unterstützung für den Rasenmäher. „Das stammt zwar vom Handy meines Enkels, aber dahinter steckt mit Sicherheit die Lebenspartnerin meiner Tochter!“

„Stimmt nicht“, kontert diese energisch. Ja, es gebe das die SMS, ja, sie stamme vom Enkel. „Es war wohl eine Kurzschluss-Reaktion, denn meine Mutter hat zuvor geschrieben, dass sie sich freut, wenn der Opa stirbt, weil sie dann alles erbt. Und daraufhin hat mein Sohn dann mit dieser Zeile geantwortet.“

Von Stalking könne übrigens gar keine Rede sein: „Ganz im Gegenteil, wir halten absichtlich den Kontakt so gering wie nur irgendwie möglich.“

Corona setzt auch der Pensionistin zu: „Ich freue mich schon, wenn ich wieder in mein Stammlokal gehen kann. Es befindet sich in St. Pölten. Dort sind die Leute viel freundlicher als in Traismauer“, blickt sie optimistisch voraus.

Ein Optimismus, den die Tochter nicht teilen kann: „In diesem Lokal hat meine Lebenspartnerin einmal gearbeitet. Deswegen weiß ich, dass meine Mutter dort nicht mehr hinein darf. Es hat schon viel zu viel Zoff mit ihr gegeben.“