Wirbel im Gemeinderat: „Vertrauen erschüttert“. Swietelsky soll nicht erbrachte Leistungen bei Regenwasserableitung in Waldlesberg verrechnet haben. In der Politik gehen die Wogen hoch. Firma bedauert: „War ein Versehen.“

Von Thomas Werth. Erstellt am 27. Oktober 2014 (14:57)
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Ein Bauvorhaben, das bereits im März über die Bühne gebracht wurde, sorgt nun für viel Wirbel. Es geht dabei um eine Regenwasserableitung im Waldlesberger Graben, wo nach schweren Schäden infolge des Unwetters 2010 zwei Dämme errichtet wurden. Die Verrohrung wurde von der Firma Swietelsky durchgeführt.

„Wir haben eine Mahnung erhalten“

Bereits Ende Juni habe die zuständige VP-Stadträtin Veronika Haas erste Gespräche geführt. „Für 70 Laufmeter eines 30-Zentimeter-Rohres wurden 9.749 Euro verrechnet. Ich dachte, die haben sich verrechnet, und versuchte, das Ganze aufzuklären, zumal die Baustelle an eineinhalb Tagen erledigt war.“

Doch dazu musste zunächst die Kukuruz-Ernte abgewartet werden – danach wollte Haas aber ihren Augen nicht trauen. „Die Künette war nur 60 und nicht wie angegeben 80 Zentimeter breit, es war nur ein Fünftel des Kieses eingebaut, der verrechnet wurde.“

Dennoch betont sie, wie auch SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer, dass Traismauer kein Schaden entstanden sei. „Wir haben die Rechnung noch nicht bezahlt, dafür auch eine Mahnung erhalten“, erklärt Haas.

Pfeffer ist vor allem darüber verärgert, dass der Polier felsenfest behauptet habe, die Arbeiten laut Rechnung durchgeführt zu haben. „Das jahrelang aufgebaute Vertrauen zur Firma Swietelsky ist erschüttert“, so Pfeffer, der das Unternehmen aufforderte, den Vorfall zu klären.

Bürgerliste MIT spricht von Betrug

Für die Bürgerliste MIT handle es sich um einen „Bauskandal“, sie spricht von Betrug und fordert, den erst kürzlich verlängerten Kontrahentenvertrag auszusetzen.

„Es ist auch bemerkenswert, dass die Firma nach Bekanntwerden des Vorfalls einen 1,5-Millionen-Euro-Auftrag für den Sportplatz erhalten hat“, so MIT-Sprecher Gemeinderat Herbert Benischek. Pfeffer entgegnet, dass das Bauvorhaben für den Sportplatz gesetzeskonform ausgeschrieben worden sei.

Michael Lattner von der Rechtsabteilung der Firma entschuldigte sich mit einem Schreiben bei der Gemeinde. „Es ist unbestreitbar, dass 1.263 Euro zu viel verrechnet wurden. Wir bedauern den Fehler zutiefst.“

Dieser sei passiert, weil bei der Erstellung der Rechnung nicht berücksichtigt wurde, dass durch die Bodenverhältnisse eine geringere Überdeckung des Kanalrohres erforderlich war. Lattner: „Niemand hatte ein strafrechtlich relevantes Verhalten im Sinn, wir haben Konsequenzen gezogen.“