Zu dickes Eis auf Scheibe. Anfang Februar in Traismauer: Autolenker wollte nur 500 Meter zur Trafik fahren und reinigte sein Fahrzeug unzureichend. Der 50-Jährige übersah Winterdienst-Traktor: 2.800 Euro Geldbuße.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 07. Mai 2021 (03:49)
Das dicke Eis von seiner Windschutzscheibe hat ein 50-Jähriger nicht unzureichend entfernt. Es kam zu einerm Verkehrsunfall und in der Folge zu einem Strafprozess am Landesgericht St. Pölten.
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Weil er nur etwa 500 Meter mit seinem Auto bis zur Trafik fahren wollte, enteiste ein 50-jähriger Traismaurer Anfang Februar lediglich einen kleinen Teil seiner Autoscheibe – mit fatalen Folgen. Aufgrund der eingeschränkten Sicht übersah er einen Winterdienst-Traktor. Es kam zu einem Verkehrsunfall, bei dem der Fahrer des Traktors verletzt wurde. Jetzt steht der Autofahrer wegen grob fahrlässiger Körperverletzung vor dem Richter am Landesgericht St. Pölten.

„Mehr Verkehr als auf einer Privatstraße“

„Es war etwa sechs Uhr Früh und auf meiner Windschutzscheibe war dickes Eis. Ich habe nur ein kleines Stück enteist, weil ich etwa 500 Meter bis zur Trafik fahren wollte“, erklärt der 50-Jährige. Dass er dabei auf einer Landesstraße unterwegs war, stößt Richter Slawomir Wiaderek sauer auf. Da müsse er mit mehr Verkehr als etwa auf einer Privatstraße rechnen, so der Richter.

„Zur gleichen Zeit war auf der Straße ein kleiner Winterdiensttraktor mit orangem Licht unterwegs, warum haben Sie den nicht wahrgenommen?“, wollte Wiaderek weiter wissen. „Weil ich die Scheibe unzureichend enteist habe“, beantwortet der Angeklagte die Frage mit gesenkter Stimme. Er betont zudem, dass er jeden Tag zur Trafik fährt. „Ich fahre jetzt seit 32 Jahren mit dem Auto und hatte nie einen Unfall“, sagt der Mann.

Dennoch kam es an besagtem Morgen im Februar zu dem Unfall. Der Traktor-Fahrer erinnert sich nur mehr vage. „Ich war mit dem Traktor auf der Straße unterwegs. Auf einmal hat es gescheppert und ich bin auf der Straße gelegen“, schildert der als Zeuge geladene Mann beim Prozess. Laut seiner Aussage war das Fahrzeug mit mehreren Lichtern, darunter ein oranges, beleuchtet. Der Mandant sei immer noch im Krankenstand, weshalb sein Anwalt Schmerzensgeld in der Höhe von 5.000 Euro fordert.

Der Traktor-Lenker erhält 2.000 Euro

Der 50-Jährige wird hinsichtlich des Vergehens der grob fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 2.800 Euro verurteilt. Außerdem muss er dem Lenker des Traktors eine Summe von 2.000 Euro zahlen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.