Ungewöhnlicher Spaziergang durch die Römerzeit. Premiere: Ungewöhnlicher Spaziergang und witzige Vergleiche mit der Römerzeit.

Von Lisa Zederbauer. Erstellt am 01. Oktober 2019 (04:02)
Lisa Zederbauer
Beteiligten sich am ungewöhnlichen Spaziergang durch die Stadt: Manfred Schimmel, Korbinian Lechner, die Stadträte Christoph Grünstäudl und Veronika Haas, Gemeinderätin Elisabeth Wegl und Sabine Klimitsch (von links).

TRAISMAUER „Quo vadis?“ , auf Deutsch „Wohin gehst du?“: Mit diesen Worten hat der Landschaftsarchitekt Korbinian Lechner eine Stadtführung der etwas anderen Art eingeleitet.

Die sogenannten „GEHspräche“ werden seit 2015 von ORTE Architekturnetzwerk in Orten und kleineren Städten in NÖ veranstaltet: „Heute bin ich nicht ihr Reiseführer und rede ohne Ende“, erklärt er.

Ganz nach der von Lucius Burckhardt entwickelten Wissenschaft des Spazierengehens, der „Promenadologie“, soll die Gruppe durch den gemeinsamen Rundgang neues über die geschichtsreiche Stadt erfahren.

Die etwa 30-köpfige Gruppe marschierte vom Schloss weg und machte sich auf einen Rungang durch Traismauer, der Ziele umfasste, die in keinem Reiseführer stehen.

„Der Circus Maximus von Traismauer“

Lechner zog seine begeisterten Zuhörer mit spannenden vergleichen in den Bann. Er wies immer wieder auf Parallelen zwischen dem heutigen und einst römischen Traismauer hin.

Den Sparparkplatz verglich er beispielsweise mit dem Circus Maximus, der berühmten römischen Arena, auf dem sich statt Streitwagen nun Autos tummeln.

Wenn man sich auf der Brücke befindet, kann man sowohl das Schild des Hofer-Marktes, als auch das des Spar-Markt sehen. Verglichen wurde dieser sehr alltäglich erscheinende Kontrast mit den Römern und Galliern, getrennt durch den „Grenzfluss“ Traismauers, die Traisen, deren Ufer der nächste Stopp auf dem Spaziergang war.

„Die Traisen ist ein wichtiger Teil“

Für Traismauer ist wirtschaftlich das Wasser auch ein sehr großer Faktor.

Vor allem Touristen, die auf dem 111 Kilometer langen Traisentalradweg unterwegs sind, tragen heute große Bedeutung für die Stadt. Früher jedoch waren die Mühlen, die durch die vielen Mühlbäche in der Region versorgt worden, das größte wirtschaftliche Standbein. Um für diese eine Wasserversorgung gewährleisten zu können, wurden immer mehr Mühlbäche errichtet.

Heute ist keine Mühle mehr in Betrieb. Aber es gibt 52 Wasserkraftwerke, die 16.000 Haushalte versorgen.

Entspannt wurde der Stadtrundgang in der Fine Art Galerie beendet, wo die Teilnehmer noch die Ausstellung von Ilkin Huseynov zum Thema „Human Impact on Landscape and Living“ besuchten.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass trotz des eher schlechten Wetters so viele Teilnehmer gekommen sind. Das Engagement der Gruppe war großartig.“, zog Lechner zufrieden Bilanz.