Herzogenburg, die Hochburg der Trüffel

Erstellt am 27. Juli 2022 | 04:45
Lesezeit: 3 Min
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nglaublich, aber wahr: 6,3 Kilogramm betrug die bisherige Rekordmenge, heuer sind bereits über zehn Kilogramm Sommer-Trüffel geerntet worden.
Foto: www.trueffelgarten.at
Über zehn Kilogramm: Österreichisches Pionier-Unternehmen hat in Einöd neue Rekordmenge geerntet, die noch wachsen könnte.
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Erstmals seit mehreren Jahren sind aktuell in der Trüffel-Versuchsplantage von Trüffel-Garten (www.trueffelgarten.at) wieder in großer Menge Sommer-Trüffel zu finden. Die rund 0,15 Hektar große Versuchsanlage ist im Herbst 2007 auf einem Hügel oberhalb von Einöd gepflanzt worden.

2013 wurde die erste, damals noch symbolische Ernte verzeichnet. 2016 ist mit 6,3 Kilogramm die erste größere, seither unübertroffene Trüffelernte erzielt worden.

Die Plantage produziert zwar jährlich, die Erträge waren jedoch in mehreren Jahren durch ungünstige Witterung, vor allem Dürre, sowie durch das Eindringen von Wildschweinen und ähnliche Kalamitäten dezimiert worden. Die mit dem Klimawandel zunehmenden Trockenperioden hatten sich besonders negativ ausgewirkt, da an dem Standort der Trüffelplantage keine Bewässerungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

„Die Trüffelkultur hat ein großes Potenzial“

Angesichts des niederschlagsarmen Winters waren die Erwartungen an die heurige Trüffel-Ernte gedämpft, im Frühjahr waren die Niederschläge dann jedoch gut verteilt, es gab in der Region keine allzu lange Trockenperiode, und so konnte der Trüffelzüchter Tony Pla mit Trüffelhund Berthier bislang über zehn Kilogramm Sommertrüffel ernten.

Ein Teil der Ernte ist noch nicht geborgen. „Es besteht also Anlass zur Hoffnung, auf der mittlerweile 15 Jahre alten Versuchsplantage das Doppelte der bisherigen Rekordernte einbringen zu können. Das Ergebnis belegt, dass die Trüffelkultur in Österreich großes Potenzial hat“, sagt Alexander Urban, Betreiber des „Trüffelgartens“ mit Sitz in Unter-Oberndorf bei Neulengbach und der Plantage in Einöd.

Um regelmäßiger ernten zu können, und um weniger den infolge des Klimawandels zunehmenden Launen der Witterung ausgeliefert zu sein, ist jedoch ein Anbau mit Bewässerungsmöglichkeit notwendig.

Die Sommertrüffel hat eine schwarzbraune, fein- bis grobwarzige Rinde (Peridie). Die Schnittfläche ist marmoriert, bei noch unreifen Exemplaren weißlich, wird mit der Reife zunehmend dunkler, und ist bei Vollreife bräunlich.

Frische Sommertrüffel sind fest und lassen sich gut hobeln, das Aroma der Sommertrüffel ist weniger intensiv als jenes anderer Trüffelarten, es erinnert an Steinpilz mit einer zarten Trüffelnote. Die im Herbst reifende Burgundertrüffel ist aromatischer und erzielt einen höheren Preis. Sommertrüffel und Burgundertrüffel werden heute als Formen einer weit gefassten Art bezeichnet, die in weiten Teilen Europas natürliche Vorkommen hat.

Trüffelarten (Gattung Tuber) leben als Ektomykorrhizapilze in Symbiose mit verschiedenen Wirtspflanzen, vorwiegend Gehölzen, wie z.B. Eichen, Hainbuchen, Haseln, Schwarzföhren, etc. Die meisten Trüffelarten, so auch die Sommer- und Burgunderstrüffel, benötigen kalkreiche Böden.

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