Falstaff Traisental DAC-Cup: Niveau gut, Resultat knapp. Sieger heißen heuer Karl Brindlmayer junior und Johann Schöller, beide aus Wagram.

Von Günther Schwab. Erstellt am 30. April 2021 (03:57)
Beim „Falstaff Traisental DAC-Cup“ gab es ein sehr enges Rennen um die Siegerweine. Durch das hohe Niveau wurde die Auswertung sehr spannend. Letztlich gingen die Spitzenbetriebe Weingut Karl Brindlmayer und Winzerhaus Hans Schöller (beide aus Wagram) als Sieger hervor: Karl Brindlmayer junior, Johann Schöller, Kathrin Brachmann, Herwald Hauleitner (von links).
Günther Schwab, Günther Schwab

Beim sogenannten „Falstaff Traisental DAC-Cup“ sind in zwei Kategorien die besten Traisentaler Weine ermittelt worden.

Falstaff ist ein renommiertes Magazin für anspruchsvolle Genießer mit den Schwerpunktthemen Wein, Kulinarik und Reisen. Zusätzlich werden von diesem Magazin auch zwei Weinguides mit bis zu 3.000 Wein-Bewertungen herausgegeben.

Für den „Traisental DAC-Cup 2021“ hatten rund 40 Traisentaler Weingüter ihre Spitzenweine eingereicht. Aus insgesamt 85 Weinen (davon 68 Grüne Veltliner und 17 Rieslinge) wurden die Besten des Jahrgangs 2020 ermittelt. Laut Chefredakteur Peter Moser „konnte sich der Falstaff einmal mehr von der eigenständigen Mineralik der Klassik-Weine überzeugen lassen.“

Entscheidung fiel erst im Stechen

Die Spitze lag sehr dicht beieinander. Die Entscheidung fiel nicht leicht, sondern erst im Stechen. Über den DAC- Cupsieg in der Kategorie „Grüner Veltliner 2020 Traisental DAC“ durfte sich letztlich Jungwinzer Karl Brindlmayer junior aus Wagram mit einem „Grüner Veltliner Ried Sonnleithen Alte Reben“ mit 93 (von maximal 100) Punkten freuen; gefolgt vom Wagramer Spitzenwinzer Herwald Hauleitner mit dem „Grünen Veltliner Ried Rosengarten“. Hauleitner hatte vor zwei Jahren das „Double“, Sieg in beiden Kategorien, fixiert.

An dritter Stelle landete der Traisentaler Paradewinzer Markus Huber aus Reichersdorf mit dem „Grüner Veltliner Obere Steigen“.

Auch diese beiden Weine erreichten die hohe Bewertung von 93 Punkten.

„Im Vorjahr habe ich das Weingut von meinen Eltern als Betriebsführer übernommen und somit ist der Kategoriensieg der erste große Erfolg, den ich als Winzer erzielen konnte. Obwohl die Voraussetzungen nicht einfach waren, ist das Ergebnis umso bemerkenswerter“, freute sich Cupsieger Karl Brindlmayer.

Am 22. August 2020 hat ein Hagelgewitter die Weingärten vor allem in Wagram stark in Mitleidenschaft gezogen und massive Schäden verursacht. „Letztlich hatten wir Glück im Unglück und durch Selektion konnten wir auch das entsprechende Traubenmaterial für einen guten Weinjahrgang ernten. Die Erntemenge war natürlich deutlich geringer als bei normalen Ernten“, berichtet Winzer Herwald Hauleitner.

Der Mehraufwand bei der vorjährigen Lese habe sich gelohnt: „Die Weine überzeugen durch hohe Qualität, Fruchtigkeit, Aroma und ein ausgewogenes Säurespiel.“

Beim Riesling erreichte ein weiterer Wagramer Winzer, der Jungwinzer Johann Schöller, mit seinem Riesling „Ried Sonnleithen“ mit 93 Punkten den ersten Platz. Dahinter landete die Wagramer Jungwinzerin Kathrin Brachmann mit einem „Riesling Rosengarten“ mit 92 Punkten auf Rang zwei. Markus Huber erreichte auch in dieser Kategorie mit seinem „Riesling Engelsberg“ mit 92 Punkten den dritten Platz.

„Alles in allem gesehen war das Feld sehr dicht, was sich an den Punktebewertungen der Falstaff-Redaktion ablesen lässt. Beim ,Grünen Veltliner‘ als auch dem ,Riesling‘ wurden sehr viele Weine mit einer sehr hohen Punkteanzahl bewertet; ein eindrucksvoller Beweis der Qualitätsarbeit, die im Traisental geleistet wird“, stellt Sieger Johann Schöller fest.

95 oder mehr Punkte werden äußerst selten vergeben. Weine mit 91 bis 94 Punkten werden als „exzellent“ beziehungsweise „ausgezeichnet“ beschrieben.

Winzer hoffen auf baldigen Regen

In Sachen aktueller Stand im Weinbau lässt sich momentan noch nicht viel sagen. „Bis dato hat es noch keine Frostschäden im Weinbau im Traisental gegeben. Derzeit sind wir deutlich hinter dem normalen Vegetationsverlauf und hoffen, dass sich bald Regen einstellen wird. Denn in Sachen Niederschlagsmengen blieben der Spätwinter und der bisherige Frühling weit hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück“, erläutert Jungwinzerin Kathrin Brachmann.

Als nächster Fixtermin wird Mitte Juni, sofern es die Corona- Situation zulässt, zum traditionellen Traisentaler Weinfrühling geladen werden, bei dem sämtliche Spitzenweine verkostet werden können.