Trio pflegte Indoor-Plantage im Keller. Rund eineinhalb Jahre lang baute Trio im Keller eines Wohnhauses Marihuana an, rund fünf Kilogramm sollen die Männer geerntet haben. Es setzte bedingte Freiheitsstrafen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 28. September 2017 (04:12)
APA (dpa/Archiv)
Cannabis im großen Stil hergestellt und verkauft

Marihuana baute ein 41-Jähriger aus dem Unteren Traisental im Keller seines Hauses an, zwei Freunde (34 und 37 Jahre alt) aus Wien standen ihm dabei helfend zur Seite. Sie sollen die Droge auch verkauft haben. Am Landesgericht St. Pölten wird dem Trio der Prozess gemacht.

Den Angeklagten werden die Verbrechen des Suchtgifthandels sowie Verbrechen und Vergehen der Vorbereitung zum Suchtgifthandel vorgeworfen. „Von März 2015 bis Oktober 2016 wurden im Keller 5,3 Kilo geerntet, bei einer Hausdurchsuchung hat man abgeerntete Pflanzen und 149 Pflanzen in einer Indoorplantage gefunden“, wirft Staatsanwalt Karl Fischer vor. Und weiters: „2,4 Kilogramm hat der 37-Jährige verkauft, in seiner Wohnung wurden Marihuana, Haschisch, Ecstasy und Kokain gefunden.“

„Die Angeklagten haben jahrelang miteinander gekifft, da ist man vernebelt.“ Verteidiger im Drogenprozess in St. Pölten

Dass der 41-Jährige seit vielen Jahren Marihuana konsumiert, gibt er zu. „Ich habe viel gearbeitet und mit dem Rauchen stressbedingt begonnen“, sagt er. Und: „Einer der Mitangeklagten hat immer wieder erwähnt, dass es eine gute Idee wäre, bei mir zuhause anzubauen.“

Grünen Daumen habe man dann aber nicht bewiesen. „Am Anfang war es eine Katastrophe, ich habe mir nicht gedacht, dass es so schwierig ist. Eine Ernte ist verfault, das waren 100 Stück, die haben wir alle weggeschmissen.

Von den nächsten 100 Pflanzen haben wir ein Kilo geerntet, das war nicht einmal Straßenqualität. Ich bin noch immer betroffen, dass auch etwas verkauft worden sein soll. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich nie darauf eingelassen“, erzählt er.

Eigenkonsum stand im Vordergrund

Drogenhändler wollen die Wiener gar keine sein, für den Eigenkonsum seien die Suchtmittel gewesen, erklären sie.

Bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe drohen den Angeklagten nun. Um Milde bitten die Verteidiger. „Die Angeklagten haben jahrelang miteinander gekifft, da ist man vernebelt und es geht nur mehr darum, sich Suchtmittel zu besorgen“, sagt einer im Prozess. Für die bislang Unbescholtenen setzt es bedingte Freiheitsstrafen. Mit 18 Monaten auf Bewährung kommt der 41-Jährige davon, die Wiener werden zu 20 und 24 Monaten bedingt verurteilt. Nicht rechtskräftig.