Greilinger machen gegen Betriebsgebiet mobil. Obritzberg-Rust: 33 Personen aus der kleinen Katastralgemeinde Greiling haben die Liste einer Bürgerinitiative unterzeichnet. Sie lehnen mögliche Erweiterung des Betriebsgebiets strikt ab.

Von Alex Erber. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:10)
Symbolbild
Thomas Heumesser, Thomas Heumesser

Als „Proteste im Frühstadium“ hat die NÖN in ihrer vergangenen Ausgabe den Widerstand gegen die mögliche Erweiterung des Betriebsgebiets bei Greiling bezeichnet. Nun haben sich diese „Proteste“ in Form einer „Bürgerinitiative“ samt dazugehöriger Unterschriftenliste manifestiert. 33 Unterzeichner befürchten die Senkung ihrer Lebensqualität.

Wie berichtet, hat das Tiroler Unternehmen Exim GmbH im Vorjahr das Transportunternehmen Brandl erworben. Den Standort in der Unteren Ortsstraße in Großhain möchte man aufgeben.

Die Firma befindet sich zwecks Erweiterung auf Standortsuche. Ein geeignetes Grundstück besitzt Landwirt Richard Krumböck. Es gab Gespräche, schriftlich unterfertigt ist nichts.

Das Grundstück müsste umgewidmet werden, dagegen spricht sich die Bürgerinitiative aus, wie Ruth Gruber gegenüber der NÖN betont: „Die Lkw-Flotte würde unsere kleine Dorfstraße massiv belasten. Da unsere Häuser alle direkt an die Straße grenzen, wäre die Lärmentwicklung unzumutbar. Das Wohl unserer Kinder liegt uns sehr am Herzen, auch sie würden durch das Verkehrsaufkommen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt werden.“

33 Unterschriften gibt es auf der Liste, davon stammt mehr als die Hälfte von zwei Familien. Manche Unterzeichner unterschrieben nahmen gleich ihre „Familie“ mit ins Protest-Boot. Dennoch ist der Widerstand nicht gering, wohnen in Greiling doch nur insgesamt etwa 60 Menschen.

„Wir erwarten, dass man Kontakt aufnimmt“

Ruth Gruber versteht die Anliegen des Unternehmers, ist sie doch selbst Unternehmerin, die Fitness-Studios in Amstetten und St. Pölten betreibt: „Man muss aber auch unsere Sicht der Dinge verstehen. Es hätte ja schon ein Super-Grundstück neben der Landesstraße 100 gegeben, doch da verweigerte man die Umwidmung mit dem Hinweis, dass es in der Nähe ja das Betriebsgebiet gebe. Dabei ist dieses Betriebsgebiet schon unglücklich angesiedelt worden. Mit dem Status Quo können wir noch leben, aber eine Erweiterung wird abgelehnt.“

Im Übrigen erwarte man von ÖVP-Bürgermeisterin Daniela Engelhart und vom Transportunternehmen Kontakt-Aufnahme: „Es sind viele Ängste da, uns fehlen auch wichtige Informationen. Die Ortschefin hat unser Schreiben erhalten, wir erwarten eine Antwort“, sagt die 43-Jährige.