Schirmer nahm nach 41 Jahren Abschied in Herzogenburg. 41 Jahre bei der Gemeinde, 32 davon als Stadtamtsdirektor, nun ist Schluss: Herzogenburgs Spitzenbeamter hat jetzt mehr Zeit für die Familie und sein Hobby, den SC Herzogenburg.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:34)
Da war schon ein wenig Wehmut dabei in diesem geschichtsträchtigen Moment: Eine Torte und ein kulinarisches Abschiedspackerl gab es für den scheidenden Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer (Mitte) – im Bild mit Bürgermeister Christoph Artner (links) und seinem Nachfolger Dominik Neuhold.
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Eigentlich hätte es eine große Abschiedsfete werden sollen – coronabedingt wurde es zwar eine kleinere aber doch würdige Feier im Sitzungssaal des Rathauses, als Direktor Kurt Schirmer am vergangenen Freitag seinen Abschied nahm. Nach 41 Dienstjahren – 32 davon als Stadtamtsdirektor – geht er mit 1. März kommenden Jahres in die wohlverdiente Pension und verbraucht bis dahin seinen Resturlaub.

Stadtgemeinde statt Geschichte-Studium

Kurt Schirmer – er feiert am 2. Jänner seinen 62. Geburtstag – wollte nach der Volksschule in Herzogenburg und dem Bundesrealgymnasium in Krems eigentlich Geschichte studieren, hat sich aber dann, als ein Posten frei wurde, bei der Gemeinde beworben.

Nachdem er alle Dienstprüfungen abgelegt und das Bundesheer absolviert hatte, stand dem Aufstieg bis zum Stadtamtsdirektor nichts mehr im Wege. Er folgte Rudolf Böck nach. „41 Jahre habe ich hier mehr Zeit verbracht, als mit der Familie – aber nun steht ein neuer Abschnitt bevor. Es hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten viel getan, es war zwar eine herausfordernde Zeit, aber eine sehr schöne Aufgabe, gemeinsam mit euch für die Bürger arbeiten zu können“, so der scheidende Stadtamtsdirektor, der seit 2005 auch Obmann des SC Herzogenburg ist.

Für die Stadt war Schirmer ein Riesengewinn. Er verfügt über ungemeine Sachkenntnis in der Welt der Zahlen, Verordnungen und Vorschriften und hatte überdies die notwendige Routine. Als Herzogenburger und Mann, der die Herzogenburger gut kennt, konnte er als Stadtamtsdirektor Unkompliziertes am schnellen Weg regeln.

„Wir haben zehn gemeinsame Jahre hinter uns gebracht. Alle Fäden sind bei dir zusammengelaufen und du hast das Ganze koordiniert und im Sinne der Allgemeinheit umgesetzt, auch wenn nicht alles in den 40 Wochenstunden untergebracht werden konnte. Dazu braucht man aber auch eine Familie, die das mitträgt, noch dazu, wenn man ein etwas aufwendigeres Hobby hat“, erklärte Bürgermeister Christoph Artner, in seinen letzten Worten auf den Sportclub anspielend.

Die Nachfolge ist längst geregelt

Schirmer dankte allen Kollegen für die gute Zusammenarbeit, darunter auch Michaela Steidl, die seit 26 Jahren als Personalvertretungsobfrau tätig ist, und wünschte seinem Nachfolger Dominik Neuhold alles Gute für die Zukunft. Durch fast drei Jahre intensive Zusammenarbeit mit ihm gibt es einen reibungslosen Übergang.