„Da Josef“ muss zusperren

Restaurant in Wagram ob der Traisen (Gemeinde Traismauer) stellt den Geschäftsbetrieb mit 26. September ein. Betreiberin Sabine Pfleger: „Die Schulden bei Finanzamt und Sozialversicherung sind nach oben geschnellt.“

Günther Schwab Erstellt am 22. September 2021 | 04:35
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In rund 22-monatiger Bauzeit wurde aus zum Teil baufälligen jahrhundertealten Weinkellern eine neue sehenswerte Lokalität mit zahlreichen Attraktionen geschaffen. Nach etwas mehr als fünfjähriger Betriebszeit kam infolge der Corona-Pandemie das Aus. Im Bild: Simon Affenzeller, Lokalbetreiberin Sabine Pfleger und Ingrid Singer (von links).
Foto: Günther Schwab

Mit der Eröffnung des Restaurants „da Josef“ von Sabine Pfleger in Wagram hat die Gastronomielandschaft in Traismauer und Umgebung vor fünf Jahren eine tolle Bereicherung erfahren. Corona hat die ehrgeizigen Pläne der Restaurantbetreiberin aber durchkreuzt und letztlich in die Insolvenz geführt.

„Es sind aus aktueller Sicht nach wie vor keine größeren Feiern gebucht und die Reservierungsanfragen sind äußerst bescheiden.“ Sabine Pfleger

„Es hat mehrere Gründe gegeben, die dazu geführt haben, um schweren Herzens den Insolvenzantrag zu stellen. Der Hauptgrund war im Nachhinein gesehen, dass ich nicht gleich zu Beginn alle Mitarbeiter gekündigt habe“, erklärt Sabine Pfleger.

Sie wollte den Stamm an Mitarbeitern (sieben Personen) behalten und hat daher die Möglichkeit der Kurzarbeit gewählt. Pfleger: „Das war sicherlich aus finanzieller Sicht die falsche Entscheidung. Durch die diversen Lockdowns und Einschränkungen ist der Geschäftsgang erheblich zurückgegangen und die Schulden bei der Sozialversicherung und dem Finanzamt sind nach oben geschnellt.“

Auch die Öffnungen zwischen den Lockdowns und der Geschäftsbetrieb in den vergangenen Monaten haben zu keiner Trendumkehr geführt. „Es sind aus aktueller Sicht nach wie vor keine größeren Feiern gebucht und die Reservierungsanfragen sind äußerst bescheiden. Somit würde der Außenstand in den nächsten Monaten noch deutlich ansteigen. Daher bleibt mir keine andere Wahl als den Betrieb ab 26. September für immer zu schließen.“

Sie bedankt sich bei allen Stammgäste für die Treue: „Es hat viele schöne Momente in den vergangenen fünf Jahren gegeben, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden.“

Die Zukunft ist derzeit völlig offen

Pfleger befürchtet, dass in den nächsten Monaten eine Pleitewelle die Gastronomie erfassen wird. Die Stundungen bei Finanzamt und Sozialversicherung laufen in den nächsten Monaten aus und viele Gastronomiebetriebe, die in den vergangenen Jahren viel investiert und Kredite aufgenommen haben, könnten insolvent werden.

Die Zukunft des Restaurants, das über rund 100 Sitzplätze, ein Kaffeehaus im ersten Stock, eine Vinothek und einen geräumigen Gastgarten verfügt, ist nach dem derzeitigen Stand völlig offen.

Sabine Pfleger, die ursprünglich aus dem Tourismusbereich kommt, will in Zukunft in diesen Bereich wieder zurückkehren und tätig werden.

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