Schlossherren landen ab sofort im Bier-Glas. Evelyn Bäck serviert in Walpersdorf Selbstgebrautes. Benannt sind ihre Sorten nach ehemaligen Besitzern des Anwesens.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 31. August 2017 (05:45)
NOEN, Hopfenspinnerei
Evelyn Bäck möchte mit ihrem Craft-Beer die Bier-Kultur in der Region fördern.

Die ehemaligen Besitzer des Renaissance-Juwels kehren nach Walpersdorf zurück. Zumindest im Bierglas. Evelyn Bäck, die neue Pächterin der Schloss-Brauerei, serviert dort „Camillo Graf Colloredo-Wallsee“, „Georg Ludwig von Sinzendorf“ und „Eleonora Gonzaga“. Bei allen dreien handelt es sich um Craft-Biere, die in der „Hopfenspinnerei“ in Walpersdorf erhältlich sind.

Schreibtisch gegen Braukessel getauscht

Damit hat sich die ehemalige Journalistin, die die Brauerei von Bernhard Bugelmüller übernommen hat, einen Traum erfüllt. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und Schreibtisch gegen Braukessel und Zapfhahn getauscht. Seit Mai sind in Walpersdorf zwei Biersorten zu haben, die dritte möchte sie ab Herbst servieren. „Ich starte dann mit dem Vollausbau und möchte neben dem Bier- und Verkostungsbetrieb auch Bier-Workshops anbieten“, informiert die St. Pöltnerin.

Bei der Erzeugung des Gerstensafts lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf: „Ich bin durchaus für Experimente zu haben. Man glaubt oft gar nicht, was alles möglich ist“, meint die Bier-Sommèliere, die sich vor allem auf Biere mit niedrigem Alkohol-Gehalt spezialisiert hat. Ihre Experimentierfreude zeigt auch ihr eigener Bier-Favorit. Denn die Bier-Sommelière selbst hat mit dem belgischen „Gueuze“ einen eher ausgefallenen Gerstensaft zu ihrem „Herzensbier“ ernannt.

Mit dem Craft-Bier aus Walpersdorf will die 34-Jährige die Bier-Kultur der Region fördern. Konkurrenz zum Traditionsprodukt der Region soll das Bier aber keine sein. „Ich glaube für die Menschen ist es eine willkommene Ergänzung zum Wein“, sagt Bäck.

Idee der Brauerei war für Bäck „Spinnerei“

Auch der Name ihrer Brauerei kommt natürlich nicht von Ungefähr: Einerseits ist „Hopfenspinnerei“ eine Anspielung auf die Seidenspinnerei, die sich im 17. und 18. Jahrhundert in den Räumlichkeiten des Schlosses befand. Außerdem hat der Name für sie auch einen persönlichen Grund: „Man muss schon auch ein bisschen spinnen, wenn man sich aus einem sicheren Job ins Ungewisse stürzt“, witzelt die 34-Jährige, die den Schritt gewagt hat und nun mit ihrem Hobby ihr Geld verdient.