Vor Befragung: Name spaltet Gemeinde. Weißenkirchen oder Perschling: Die Frage über die künftige Bezeichnung der Gemeinde sorgt im Vorfeld für Wirbel. Vize-Ortschef kündigt bei Umbenennung Rückzug an.

Von Thomas Werth und Peter Nussbaumer. Erstellt am 27. Oktober 2014 (15:07)
NOEN, Bilderbox/Söllner
Am Sonntag, 9. November, werden die Bürger über eine mögliche Umbenennung der Gemeinde von „Weißenkirchen an der Perschling“ in „Perschling“ befragt.

Die Meinungen innerhalb des Ortes gehen allerdings nicht nur in der Politik weit auseinander. Bereits knapp zwei Wochen vor der Befragung startete die NÖN.at-Umfrage zur Umbenennung:



Die NÖN hat außerdem Befürworter und Gegner der Umbenennung befragt:

FÜR EINE UMBENENNUNG:

Bürgermeister Reinhard Breitner, Murstetten: „Perschling ist das logische Zentrum und würde die ehemaligen Gemeinden Murstetten und Weißenkirchen in der Mitte verbinden. Ich möchte diese Befragung und die für mich bindende Entscheidung der Gemeindebürger noch vor den Gemeinderatswahlen 2015 abschließen. Außerdem würden Namensverwechslungen mit Weißenkirchen in der Wachau der Vergangenheit angehören.“

Franz Erber, Langmannersdorf, als damaliger geschäftsführender Gemeinderat Initiator der Gemeindeumbenennung: „Perschling ist aus lokaler Sicht und als Sitz des Gemeindeamtes, der Volksschule, des Kindergartens oder des Ärztezentrums das logische Zentrum der Gemeinde.“

Melanie Breitner, Krankenschwester, Murstetten: „Perschling liegt an der Landesstraße B 1 und ist bei vielen Leuten, die durchfahren, bekannt. Außerdem hat sich Perschling als Zentrum entwickelt.“

Birgit Blab, Studentin, Haselbach: „Der Name Weißenkirchen ist irreführend, weil es mehrere Weißenkirchen gibt. Perschling ist da eindeutiger.“

Jasmin Dürauer, Studentin, Perschling: „Jeder kennt Perschling als Ortschaft, es liegt ja direkt an der B 1. Alle Institutionen liegen dort, es ist der Mittelpunkt der Gemeinde.“

GEGEN EINE UMBENENNUNG:

Vizebürgermeister Johann Figl-Fischelmaier, Langmannersdorf: „Die Namensänderung ist kompletter Blödsinn. Wir haben einen schönen Namen und werden auch nicht mit jenem Ort in der Wachau verwechselt. Weißenkirchen stirbt auch nicht aus, es hat mehr Zuwachs als Perschling. Der Bürgermeister wird durch die Befragung bei der nächsten Wahl draufzahlen. Sollte die Gemeinde umbenannt werden, werde ich als Vizebürgermeister nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Sabine Poschmaier, Angestellte, Weißenkirchen: „Auch wenn ich Gemeindeangestellte bin und in Perschling arbeite, bin ich gegen die Umbenennung – wie viele Weißenkirchner auch. Diese Umbenennung ist einfach unnötig.“

Andreas Haslinger, Langmannersdorf: „Weißenkirchen ist ein bekannter Name, warum soll er geändert werden? Außerdem bringt diese Befragung wieder das alte Thema ,Drüben‘ und ,Herüben‘ (Anm.: Murstetten versus Weißenkirchen) auf den Tisch. Diese Unruhe hätte man sich sparen können.“

Andreas Nentwich, Flugzeugtechniker, Weißenkirchen: „ Ich bin gegen die Umbenennung und frage mich, ob denn die Gemeinde keine anderen Sorgen hat. Als Weißenkirchner will ich, dass auch in Zukunft die Gemeinde Weißenkirchen an der Perschling heißt.“

Elfriede Figl, geschäftsführende Gemeinderätin, Weißenkirchen: „Ich bin gegen eine Umbenennung unserer Gemeinde. Weißenkirchen an der Perschling wurde 1850 gegründet und teilt sich mit Weißenkirchen in der Wachau einen schönen, bekannten, touristisch nutzbaren Namen. Die Weißenkirchner Bevölkerung ist auch gegen die Umbenennung unserer Gemeinde.“