"Windräder rauben mir meinen Schlaf!". Zu laut seien die neuen Kraftwerke ärgert sich Irmgard Kittel. Der Betreiber versichert: „Es sind Nachmessungen vorgesehen.“

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 15. Juni 2015 (14:32)
NOEN, Christian GA¶lAY
Irmgard Kittel beklagt sich über den Lärm, der von den Windrädern im neu eröffneten Windpark Pottenbrunn IV ausgeht: „Ich kann in der Nacht kaum schlafen!“ Christian Gölss

Unlängst wurde der Windpark IV in Pottenbrunn feierlich eröffnet. Doch nicht alle sind erfreut von den größten Windrädern Österreichs.

„Ich bewohne eine Liegenschaft rund 1,5 Kilometer von den Windkraftanlagen entfernt und bin von den Emissionen betroffen. Die Geräusche sind vor allem in der Nacht unangenehm“, erklärt die Etzersdorferin Irmgard Kittel und weiter: „Die Windräder rauben mir meinen Schlaf!“

Kittel schildert weiter, dass der Wind in der Katastralgemeinde von Kapelln hauptsächlich aus Westen komme und sie daher besonders den Geräuschen ausgesetzt sei.

Windpark-Projektleiter und geschäftsführender Gesellschafter der Benevento GmbH Stefan Hantsch erklärt die Vorgangsweise bei der Genehmigung: „Es wird das Grundgeräusch am Standort gemessen und dann berechnet, wie weit der Schall geht. Laut Bescheid darf dieser Schallpegel dann ein bisschen angehoben werden.“

Die Prüfung kann Monate dauern

Wenn aber zwei Geräusche gleich laut sind, dann hört man unter bestimmten Voraussetzungen beide, obwohl das Windrad selbst nicht lauter als das Umgebungsgeräusch sei. Allerdings: „Im Bescheid sind Nachmessungen der Lautstärke vorgeschrieben und die werden auch durchgeführt“, versichert Hantsch. Die Windpark-Betreiber sind dran, prüfen zu lassen, ob die Geräusche den Angaben des Herstellers entsprechen. Das könne aber einige Monate dauern.

Generell macht sich Irmgard Kittel Sorgen um ihre Gesundheit, die sie durch die Windräder beeinträchtigt sieht. Sie betont aber: „Ich bin für sauberen Strom und habe auch selbst eine Photovoltaikanlage. Dieses System hat aber den Vorteil, keine Geräusche zu produzieren und belästigt dadurch auch keine Nachbarn.“