Wirbel um Spielplatz. Kein Wasser / Ehemalige geschäftsführende Gemeinderätin beschuldigt den Bürgermeister, den Anschluss nach Kanalbauarbeiten nicht mehr hergestellt zu haben. Ortschef: "Die Frau lügt."

Von Alex Erber. Erstellt am 02. Juli 2014 (00:01)
Spielplatz in Neustift: Links und rechts zu sehen sind die beiden Richtungsweiser, zwei »Steine des Anstoßes« im Konflikt Hintermeyer gegen Wendl.
NOEN

NEUSTIFT / In der Vorwoche haben alle Klassen der Volksschule Großrust einen Ausflug unternommen und dabei den Spielplatz in Neustift besucht. Dieser war im Vorjahr eröffnet worden. Das Vorhaben hatte unter dem Titel „Spielplatzförderung“ vom Land NÖ 10.000 Euro erhalten.

„Einer der Wünsche der Kinder war es, dass dort Wasser vorhanden sein soll“, erinnert sich Martina Strobl vom „NÖ Spielplatzbüro“.

Allerdings: Beim Besuch der Volksschüler war kein Wasser verfügbar. Und das erzürnt die ehemalige geschäftsführende Gemeinderätin Christine Hintermeyer, die sich wutentbrannt in einem Schreiben an das Büro von Landesrätin Barbara Schwarz gewandt hat: „Die Kinder unserer Gemeinde warten seit Monaten darauf, dass die Gemeinde den Wasseranschluss nach Kanalumbauarbeiten wieder herstellt. Meine diesbezügliche Eingabe an die Gemeinde wurde nicht berücksichtigt. Auch die Zufahrt zum Spielplatz ist katastrophal, nur geschottert. Der Eingang zum Spielplatz ist mit Bautafeln belagert - nicht sehr einladend.“

„Seltsame Mail“

Ihr Fazit: „Die Wertschätzung des neuen Bürgermeisters ist nicht einmal für die Landesförderung vorhanden. Die Amtsperiode von Bürgermeister Wendl ist geprägt von ,Schlechtreden‘ seines Vorgängers. Es gibt nichts Neues. Und er schafft es nicht einmal, bereits umgesetzte Projekte zu erhalten.“

VP-Ortschef Wendl spricht von einem „seltsamen Mail“: „Dass der Kanalbau seit Monaten abgeschlossen ist, ist eine Lüge. Dies ist auch durch Bauprotokolle belegbar.“

Seit etwa einem Jahr werde in Neustift ein Schmutzwasserkanal verlegt. Bei Grabungsarbeiten stellte sich heraus, dass auch der Regenwasserkanal erneuert werden musste. Zu dieser Zeit wurde ein Provisorium vom Hydranten zu den Wasserstellen am Spielplatz verlegt.

Wendl: „Vor zwei Wochen ist dann bei einer hohen Böschung eine Drainage entdeckt worden, die durch die Regenmengen auszutreten begann. Da die Baufirma aber kurz vorher nach Hofstetten weitergezogen ist und dort die Ortsdurchfahrt wegen einer Pumpstation gesperrt wurde, konnte sie die Arbeiten bei der Drainage noch nicht abschließen. Diese soll in den nächsten ein bis zwei Wochen an den neuen Regenwasserkanal angeschlossen werden.“

Außerdem habe es bei derr Gemeinde keine Eingabe von Christine Hintermeyer gegeben: „Das ist ebenfalls eine Lüge, wir haben erst durch dieses mehr als fragwürdige Mail von dem Besuch in Neustift erfahren.“

Auch zum Straßenzustand und den Bautafeln äußert sich der Ortschef: „Ein Richtungsweiser soll den Hydranten schützen, der zweite Wegweiser den Pumpwerkdeckel mit der Entlüftung, da die Fahrbahn noch nicht erkennbar ist. Es kann sich jeder selbst ein Bild machen, ob zwei Richtungswegweiser eine Belagerung des Spielplatzes sind. Auch die Wiederherstellung der Straße ist bereits besprochen und angeordnet worden.“

Der Zustand des Neustifter Spielplatzes insgesamt sei nach wie vor „top“.

Abschließend mutmaßt Gerhard Wendl, der diese Worte auch in einem Schreiben an Landesrätin Barbara Schwarz verwendet: „Beim Mail von Hintermeyer schlägt wohl sehr der verletzte Stolz durch, dass sich sie und ihr Lebensgefährte Bürgermeister außer Dienst Andreas Dockner aufgrund diverser Vorfälle nicht mehr im Gemeinderat der Marktgemeinde Obritzberg-Rust befinden. Leider müssen wir uns sehr oft mit solchen Beschuldigungen auseinandersetzen und verlieren dadurch sehr viel Zeit.“