Ganz Wölbling wird nun „smart“ . Mandatare vergaben nicht nur den Auftrag für die LED-Lampen. Intelligente Beleuchtung spart 37.000 Euro pro Jahr.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 09. September 2020 (04:37)
Roswitha Hofirek-Duhs (Mitte) ist von den Mandataren einstimmig zur geschäftsführenden Gemeinderätin gewählt worden. Karin Gorenzel und Peter Hießberger gratulierten sehr herzlich.
NOEN

Geprägt von überraschend viel Einstimmigkeit war die jüngste Sitzung des Gemeinderats. Gleich zu Beginn wurde der Nachfolger des zurückgetretenen SP-Gemeinderates Reinhold Tischer, Michael Ratheyser, angelobt. Da Tischer im Gemeindevorstand war, musste auch diese Position nachbesetzt werden. Als geschäftsführende Gemeinderätin für die Sozialdemokraten wurde Roswitha Hofirek-Duhs einstimmig vom Gemeinderat gewählt.

Dadurch ergab sich auch in den Ausschüssen folgende Neuerungen: Michael Ratheyser ist nun Mitglied des Ausschusses Verkehr, Straßenbau, Güterwege, Landwirtschaft und Wirtschaft; Roswitha Hofirek-Duhs im Ausschuss Sport Vereine, Kultur, Jugend, Familie, Tourismus. Den Prüfungsausschuss muss Hofirek-Duhs verlassen, an ihre Stelle rückt Alfred Berger.

Alle drei Beschlüsse waren einstimmig

Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete das Projekt Straßenbeleuchtung. Konkret sollen 976 Lichtpunkte mit LED-Lampen nach dem Prinzip einer „Smart City“ ausgestattet werden. Die intelligente Beleuchtung macht möglich, dass einzelne Straßenabschnitte separat beleuchtet werden können. Außerdem werden die Lampen mit Sensoren ausgestattet, sodass ein Dimmen des Lichts bei keinem Verkehr möglich ist. Damit soll etwa dem Insektensterben entgegengewirkt werden.

„Wölbling wäre damit eine der ersten Gemeinden in Österreich, die das System der ‚Smart City‘ umgesetzt hat“, informiert Vizebürgermeister Peter Hießberger (VP).

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 503.000 Euro. Rund 150.000 Euro werden alleine für die Installierung der „Smart City“ aufgewendet. Zudem wird ein Puffer von 30.000 Euro für unvorhergesehene Arbeiten oder Lichtpunkte eingeräumt. Die Finanzierung erfolgt mittels Förderungen und einem Darlehen in der Höhe 380.000 Euro.

Dieses Thema erhitzte kurzzeitig die Gemüter, den Mandataren der Liste Wölbling MITeinander sind die Zusatzkosten für die „Smart City“ von 150.000 Euro zu hoch. Sie sehen keinen wirtschaftlichen Mehrwert darin. „Wir haben viele offene Baustellen in Wölbling. Da wäre diese Summe anderweitig besser eingesetzt“, ist sich Bernhard Fellner sicher. Er stellte deshalb auch den Antrag, eine normale Beleuchtung zu installieren und so rund 150.000 Euro einzusparen. Der Antrag wurde mit drei Stimmen und 17 Gegenstimmen abgelehnt.

Im Anschluss stellte Hießberger den Antrag zur Auftragsvergabe inklusive dem Puffer von 30.000 Euro. Mit 17 Stimmen sowie drei Gegenstimmen erhielten die Firmen 3H, Elotech sowie Elektro Schramm den Zuschlag.