100 Ideen in Großkadolz. Edith Hörmann hat drei Presshäuser erworben und schafft damit einen neuen Kultur-Hotspot.

Von Romana Schuler. Erstellt am 17. November 2020 (16:19)

Die Künstlerin und Kulturvermittlerin Edith Hörmann erfüllt sich mit ihrem eigenen „100-Ideen-Museum“ einen lang ersehnten Traum. Bekannt ist sie in der Region durch ihre jahrelange Kulturarbeit, die sie im Kulturzentrum Eselmühle in Seefeld leistete, das 2010 zu einem JUFA-Hotel umgebaut wurde.

„Die Idee hatte ich schon lange und schließlich konnte ich drei Presshäuser am Platzl in der Kellergasse erwerben“, erzählt Hörmann. Die erste Ausstellung des Museums ist dem verstorbenen Alfred Schwabl, dem Vorbesitzer der Presshäuser, gewidmet. Zu seinen Lebzeiten gab es bereits gemeinsame Ideen zu Kunstausstellungen in der Kellergasse von Großkadolz.

"Alfred wollte Altes bewahren"

Die Hörmanns waren mit dem geselligen Landwirt Schwabl eng befreundet. Ein Leben lang trug er alle möglichen Alltagsgegenstände zusammen – von Eisenwaren bis hin zu alten elektrischen Geräten, wie Radios oder Fernseher; ja, sogar Presshäuser kaufte er auf. Zuletzt war Schwabl im Besitz von zwölf Presshäusern. Seine Sammlungsobjekte wurden nicht wahllos irgendwo verstaut, sondern nach Kategorien und Material geordnet. Möglich machte diese Sortierung sein großes Haus, das über viele Räume und Kammern verfügte.

„Der Alfred wollte Altes bewahren, denn irgendwann verschwinden diese Gegenstände aus unserem Alltag, und dann wissen viele nicht mehr, welche Funktionen diese Dinge hatten. Das sind Teile unseres kulturellen Erbes“, berichtet Hörmann, die ebenfalls seit vielen Jahren alte Fundstücke sammelt, um daraus Bildobjekte oder Skulpturen zu schaffen. Oft lässt sie die gefundenen Gegenstände auch unberührt und gibt ihnen bloß einen Raum, in dem sie wie Kunstwerke präsentiert werden. Einige ihrer Bildobjekte hat sie mit Schwabl-Stücken erstellt.

Presshäuser wurden behutsam modernisiert

Einen Teil der großen Schwabl-Sammlung hat Hörmann von der Erbin erhalten. In der ersten Ausstellung wird alles zusammen gezeigt. Die Adaptierung der Presshäuser und der Kellerröhren ist im Wesentlichen abgeschlossen. Dabei sind die Räumlichkeiten nicht komplett umgebaut, sondern behutsam modernisiert worden. Eröffnet wird nächstes Jahr zu Ostern: „Geplant war diese Ausstellung schon für dieses Frühjahr, wurde aber dann durch Corona verhindert. Der Termin Anfang April ist jetzt fix“, sagt Hörmann.

Die drei Presshäuser inklusive der sogenannten „Hosenrohr-Keller“ haben eine Gesamtfläche von rund 280 m2. Besucht werden kann die Ausstellung gegen Voranmeldung und mit Führung. Damit gewinnt Großkadolz neben der Vinothek und dem Wohlfühlplatz demnächst den nächsten kulturellen „Hotspot“.