Die Kunst der Zülows aus Haugsdorf

Erstellt am 15. August 2022 | 04:40
Lesezeit: 3 Min
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Seiner Heimat im Pulkautal blieb Franz von Zülow sowohl persönlich, als auch künstlerisch treu. Das zeigt auch das in Privatbesitz befindliche und signierte „Motiv aus Haugsdorf“, das im Jahr 1930 entstand.
Foto: Giese & Schweiger
Franz von Zülow ist zwar der bekannteste Künstler der Haugsdorfer Familie, aber bei Weitem nicht der einzige. Auch die Mutter, die Schwester und der Sohn waren kreativ.
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Foto: NOEN

Das Adelsgeschlecht derer von Zülow stammt aus dem deutschen Mecklenburg und fand erstmals 1282 historisch Erwähnung. Den k. u. k. Postoffizial Franz Ernst Emil von Zülow hatte es von seinem Geburtsort Karlsbad nach Wien verschlagen, wo er die gebürtige Haugsdorferin Marie Schwarz heiratete. Das Ergebnis dieser Ehe war, neben vier Geschistern, Franz von Zülow, der am 15. März 1883 geboren wurde.

„Franz von Zülow war ein Meister der Vielseitigkeit. Er erlangte Bekanntheit mit Malereien und Ölbildern und beherrschte die Klaviatur der angewandten Kunst“, wie das Wiener Museum MAK die Sonderausstellung mit Papier-Arbeiten des Künstlers 2013/14 ankündigte. Als Zülow erste, in Haugsdorf entstandene Bilder nach Wien brachte, erregten sie Aufmerksamkeit. Die Kunstgewerbeschule nahm ihn als Schüler auf, und schon während der Ausbildung schuf er Illustrationen und Entwürfe für die Wiener Werkstätte.

1903 adaptierte er die japanische Technik der Färberschablonen – Katagami – zu einem Druckverfahren, das er 1907 als Papierschnittdruck patentieren ließ. Zeitlebens geprägt von der bäuerlichen Herkunft seiner Mutter, schuf Franz von Zülow, der am 26. Februar 1963 verstarb, ein umfassendes, in seiner Handschrift unverkennbares Werk. Dieser Einzigartigkeit trug auch Haugsdorf Rechnung, das ihn 1960 zu einem seiner Ehrenbürger machte. Die Erinnerung an ihn wird durch den 2003 gegründeten Verein „Zülow in Haugsdorf“ hochgehalten.

Künstlerisches Gen von der Mutter geerbt

Der künstlerische Kopf der Familie war die Mutter, Marie von Zülow, was auf Franz und Schwester Mitzi abfärbte. Als Malerin Autodidaktin, stand sie als Grafikerin wohl unter dem Einfluss ihres Sohnes Franz, wobei die Mutter aber auch eigene künstlerische Wege ging und Aufnahme in Künstlerkreise fand, Ausstellungen beschickte und ihre Blätter im In- und Ausland verkaufte.

Die „Mitzi“ genannte Schwester (1887 - 1981) lebte ab 1911 ständig in Haugsdorf. Sie war Schülerin der k. u. k. Fachschule für Tonindustrie in Znaim und arbeitete dann als Kunstgewerblerin und Bildhauerin in Haugsdorf.

Marie von Zülow wohnte und arbeitete in ihrem Haus als Malerin bis zu ihrem Tod. Die Tochter unterstützte gemeinsam mit ihrer Mutter Franz von Zülow bei seiner künstlerischen Tätigkeit. Beide Frauen schufen auch zahlreiche eigene Werke.

Auch der einzige Sohn Zülows, Franz-Joachim, der als Architekt arbeitete, bewies in mehreren Bildern sein ererbtes künstlerisches Talent.

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