249 Jagdaufseher schützen Wald & Flur. / Walter Naderer kennt keine sogenannte Kulturwache im Bezirk. Bezirkshauptmann Grusch spricht von über 250 Personen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 17. Juni 2014 (10:03)
NOEN, privat
„Es ist eine tragische Geschichte“, kommentiert Bezirkshauptmann Grusch die vier erschlagenen Uhus in einer Sandgrube in Hohenwarth.

„Die Geschichte hat ganz schön viel Staub aufgewirbelt“, sagte Walter Naderer, kurz, nachdem die NÖN vergangene Woche erschienen war. Grund dafür war der Bericht über vier Uhus in Hohenwarth, die brutal erschlagen wurden . Viele Medien kontaktierten den Limberger Landtagsabgeordneten daraufhin. Aber auch der NÖ Landesjagdverband nahm mit ihm Kontakt auf, da Naderer den Täter im Kreise der Jägerschaft vermutete.

Kulturwachen: „8.000 ist sicher eine kosmetische Zahl“

„Ich habe auch noch eine Drohung von einem äußerst Betrunkenen erhalten. Das ist aber gar nicht der Rede Wert, das halte ich schon aus“, stellt sich der Naturschützer jeder Diskussion. Er habe auch mit Jägern aus der Region gesprochen, „sie haben nicht geleugnet, dass sie schon einmal einen Uhu geschossen haben, das ist aber natürlich schon lange her“, so Naderer weiter.

Kurios findet der Abgeordnete einen Bericht in der NÖN-Landeszeitung, ebenfalls aus der Vorwoche . Rund 8.000 Niederösterreicher seien als sogenannte Kulturwachen unterwegs. Sie sind dafür zuständig, dass in Wald und Flur kein Schaden durch Menschen entstehe. Diese öffentlichen Landeskulturwachen können im Ernstfall sogar Personen festnehmen.

„8.000 ist sicher eine kosmetische Zahl“, glaubt der Limberger. „Ich kenne viele Menschen, aber keine Kulturwache. Und dass grad ich als Hardcore-Naturschützer niemanden kenne, das glaube ich nicht“, begründet er. Bei der Bezirkshauptmannschaft habe er nachgefragt, jedoch keine Auskunft, sondern nur einen neuen „Informationstermin“ erhalten.

Genug Aufsichtsorgane im Bezirk unterwegs 

Die NÖN fragte direkt bei Bezirkshauptmann Stefan Grusch nach, wie viele Kulturwachen es im Bezirk derzeit gibt: 249 Jagdaufseher zählt der Bezirk, 13 Umweltschutzorgane, vier Fischereiaufseher und acht Forstschutzorgane. „Wobei manche in doppelter Funktion tätig sind“, weiß der Bezirkshauptmann.

Am wichtigsten seien im Bezirk die Jagdaufseher, die am besten ausgebildet seien und „sich ständig weiterbilden“. „Damit hat der Bezirk genug Aufsichtsorgane“, ist Grusch überzeugt. Die Aufseher seien geschult, entsprechend aufzutreten und „sie sind verpflichtet, Übertretungen anzuzeigen“. Kulturorgane dürften Umweltsünder festnehmen, „dazu ist es aber noch nicht gekommen, zumindest während meiner Amtszeit“.

„Jäger und Jagdaufseher bringen uns beim Artenschutz nicht weiter“, ist Naderer nicht glücklich über die große Zahl im Bezirk, denn Naturschützer würden von ihnen keine Unterstützung erhalten. „Es ist schade, dass niemand bemüht ist, für die Artenvielfalt, die wir im westlichen Weinviertel haben, Bewusstsein zu schaffen.“


LESERFORUM

„Dieser Mensch soll sich schämen!“

Herz- und hirnlos ist dieser Mensch, der die jungen Uhus erschlagen hat! Wie brutal muss ein Mensch sein, wenn man dieses „Kindchenschema“ von Jungtieren anschaut, dann muss man diese doch lieb finden und schützen!

Außerdem werden diese Uhus immer seltener, weil sie ihren Lebensraum verlieren. Sie fressen in erster Linie Mäuse und Kleintiere – also die Jägerschaft hätte keinen Grund sie als „Konkurrenz“ zu sehen – da werden mehr Tiere auf der Straße getötet!

Ich kenne Gemeinden, wo Bauern extra ihre Scheunen so offen halten, damit dort die Uhus brüten können. Ich war Jahrzehnte in Hohenwarth-Mühlbach Volksschuldirektor und habe im Unterricht immer auf die schützenswerte Natur hingewiesen und die menschliche Verantwortung herausgestellt!

Wer immer auch so brutal war, dieser „Mensch“ soll sich schämen und bestraft werden!

Dipl.Päd. Stefan Scherz
Volksschuldirektor i.R.
3711 Ebersbrunn 90