Naderer fordert Hogl-Rücktritt: „Es ist ungeheuerlich“. Walter Naderer fordert Richard Hogls Rücktritt und teilt kräftig aus. Hogl bleibt aber gelassen: „Kein Kommentar!“

Von Sandra Frank. Erstellt am 07. März 2018 (04:16)
Auch in seinen letzten Tagen als Abgeordneter bleibt Walter Naderer (li.) bissig - diesmal gegen Richard Hogl (re.).
privat bzw. ÖVP (Collage NÖN)

Zu einem „letzen politischen Kommentar“ meldete sich Noch-Landtagsabgeordneter Walter Naderer am NÖN-Telefon. Dazu veranlasst hatte ihn ein Bericht aus der Vorwoche. „Hogl muss zurücktreten!“, fordert der Limberger.

„Das ist eine Form der Rechtsinterpretierung, die eines Landtagsabgeordneten nicht würdig ist. Die eines Analphabeten vielleicht ...“Naderer über Hogl

Was war passiert? Wie berichtet, kam es im Hetzmannsdorfer Sprengel zu Unstimmigkeiten. Zwei Wahlkarten waren nicht zugeklebt. Der Sprengelwahlleiter (VP) suchte Rat bei Richard Hogl. Der entschied, die Karten in die Wahlurne zu geben. Damit der Bürger von seinem Wahlrecht Gebrauch machen könne, wie Hogl auf NÖN-Nachfrage erklärte. „Gesetzeswidrig“, sagte SP-Mandatar Gerhard Sklenar.

NOEN

Dem stimmt der parteilose Naderer zu: „Ich halte es für ungeheuerlich, dass die ÖVP sich hingestellt und sagt: Ich bin Bauernbundmitglied, ich bin das Gesetz. In der Gewissheit, vom Landtagspräsidenten – der auch Bauernbundmitglied ist – einen Schulterklopfer zu erhalten.“ Dass der VP-Landtagsabgeordnete die augenscheinlich ungültigen Wahlkarten dennoch zuließ, zeige, dass er eine schäbige Grundeinstellung zu so sensiblen Themen habe. Ein Abgeordneter sei auf die Einhaltung der Gesetze vereidigt, nicht auf deren Beugung.

Naderer holt zu einem weiteren Schlag aus: „Das ist eine Form der Rechtsinterpretierung, die eines Landtagsabgeordneten nicht würdig ist. Die eines Analphabeten vielleicht ...“ Auch für Hogls Wähler findet er klare Worte: „Das sind demokratiepolitische Analphabeten.“

Die NÖN sprach Richard Hogl auf die Angriffe seines Noch-Kollegen im Landtag an. „Bei solchen Aussagen kann ich nur eines sagen: Kein Kommentar!“