Zu viel Kalk: Retzer Freibad geschlossen. Von Montag bis Mittwoch wurden Becken geschrubbt. Ab dem Fronleichnamstag (31. Mai) kann in Retz wieder gebadet werden.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 30. Mai 2018 (14:16)
Von Karin Widhalm
Kein Betrieb im Retzer Erlebnisbad.

Die Pforten des Erlebnisbades in Retz blieben am Montag geschlossen: „Wir hatten massive Kalkausscheidungen in das Becken“, erklärt Bademeister Herbert Presler. Die Sperre wurde genutzt, um Wasser abzulassen und alles zu reinigen. Badegäste können sich schon am Fronleichnamstag (ab 31. Mai) wieder eine Abkühlung verschaffen.

Presler erinnert sich, dass ein solcher Fall vor 15 bis 20 Jahren schon einmal aufgetreten war. Grund des Übels dürfte die Carbonat-Härte des Wassers sein. Das Retzer Quellwasser weist mit 22 einen hohen Wert auf. Das führt zu Kalkablagerungen, offenbar aber nicht zu massiven. „Sonst hätten wir das Problem schon öfter gehabt“, fragt sich Presler, warum gerade jetzt das Dilemma auftaucht.

Tatsache ist nämlich, dass die Stadtgemeinde in den letzten Jahren mehr EVN-Wasser mit niedrigem Carbonat (10) zugekauft hat. Die genaue Ursache sei daher auch für die Wasseranalysten der Firma „Best Water Technology“ (BWT) ein Rätsel

„Wir wollten so schnell wie möglich reagieren“

Tatsache ist auch, dass Badegäste am Wochenende über Hautirritationen klagten. „Das muss etwas Gröberes sein“, dachte sich Presler nach dem Gespräch mit ihnen. „Kalk sieht man nicht, außer, wenn er von der Sonne reflektiert wird.“ Ihm erschloss sich dennoch bald, was die Hautrötungen verursacht haben muss.

Er kontaktierte Stadtrat Helmut Bergmann, gemeinsam wurde die Sperre beschlossen. „Wir haben in einer Marathonaktion die Becken ausgelassen und am Montag zehn Stunden lang alles geputzt.“ Diese Aufgabe wurde in der Hitze zu zweit bewältigt: Presler mit Mitarbeiterin Petra Konecny.

„Wir haben darauf geachtet, so schnell wie möglich zu reagieren“, wollte er jegliche weitere Verletzungsgefahr eliminieren. Zwei Tage dauert es, um die Becken wieder aufzufüllen. „25 Zentimeter fehlen noch, dann finden die Badegäste am Donnerstag ein so gut wie neues Becken vor“, atmet Presler auf. „Ein flaues Gefühlt bleibt trotzdem“, hofft er, dass damit die Sache erledigt ist. Das Bad werde jedenfalls noch intensiver beobachtet.