Schuldirektor Städtner geht: „Gebraucht wirst du immer“. Franz Städtner befindet sich im Ruhestand. Josef Fürst hofft jedoch, auf seine Erfahrung nicht gänzlich verzichten zu müssen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 07. November 2017 (14:07)

Pflichtschulinspektor Josef Fürst brachte vorigen Freitag seine erste Schultasche in die Neue Mittelschule (NMS) mit. „Wenn ich mit dieser braunen komme, dann ist’s meistens ein festlicher Anlass.“ Die Haugsdorfer Schule verabschiedete mit ihrem „Zwilling“, der NMS Hadres, Franz Städtner. Dieser trat mit 1. September als Direktor der beiden Bildungseinrichtungen in den Ruhestand.

„Was dich auszeichnet, ist, dass du deine Wurzeln nie vergessen hast“, bezeichnete Fürst den Jubilar als „Netzwerker“. „Wir müssen auf jemanden verzichten, der viel Erfahrung hat.“ Aber: „Wir blicken einem Zyklus des Lehrermangels entgegen. Also, wenn du das Bedürfnis hast ... gebraucht wirst du immer.“

„Du hast immer dein ganzes Team sehr geschätzt“, beschrieb seine Nachfolgerin Monika Müller. „Die Leistungen der Lehrer hast du immer hervorgehoben, genauso die der Kinder. Du hast sie zu Bestleistungen motiviert“, setzte die neue Direktorin beider Schulen fort.

Schulobmann Wilhelm Kruspel (Hadres) zählte die Eigenschaften Mut, Improvisationstalent und Einsatz auf, mit denen Städtner seiner Verantwortung begegnete. „Ich war immer froh, einen zuverlässigen Partner zu haben.“ Gerwich Kudler, sein Kollege aus Haugsdorf, habe Städtner als einen durchsetzungsfähigen Direktor erlebt, „der hinter seinen Kollegen und Schülern steht“. Er schätzte die Handschlagqualität, den respektvollen und offenen Umgang.

„Nach beinahe 20 Jahren als Direktor beginne ich etwas zwiespältig den neuen Lebensabschnitt“, erzählte Städtner bei seiner Dankesrede. Die „Last der Verantwortung“ falle ab und doch: „Es war eine schöne Zeit: Ich war immer gerne Lehrer und auch die Herausforderung als zweifacher Direktor habe ich gerne bewältigt.“

Er bedankte sich unter vielen anderen auch bei seinen Schülern: „Ihr wisst euch noch zu benehmen, das haben wir oft bei Veranstaltungen gehört.“ Städtner lud die Ehrengäste zu einem Mittagessen ein – und alle Kinder am Montag zu einem Frühstück.

Zur Person

Franz Städtner wuchs in Kleinsierndorf auf. Seine Eltern führten eine Landwirtschaft und hatten insgesamt fünf Kinder.

  • Die Lehramtsprüfung legte er in Mathematik, Geometrisches Zeichnen und Werkerziehung in Strebersdorf ab, Zusatzprüfungen in Physik und Chemie.
  • Er stieg in Zeiten eines Lehrermangels in den Beruf ein, sodass er in seiner Heimat anfangen durfte. Städtner erlebte den ersten und zweiten Klassenzug, in dem die Schüler je nach Leistungsstärke eingeteilt wurden; dann die Umstellung auf Leistungsgruppen und letztlich die Einführung der NMS mit dem Team-Teaching.
  • Der Hadreser ist verheiratet, hat zwei Töchter und ist mittlerweile zweifacher Großvater.