Erdrutschsieg für die Retzer ÖVP. 7 Mandate gewann die ÖVP dazu. Die Grünen holten das 3. Mandat, Bürgerliste und SPÖ büßten viel ein.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:54)
Das ÖVP-Team war am Wahlabend überwältigt vom Zugewinn und feierte den Wahlsieg beim Heurigen Kruspel in Unternalb. Unterstützer, Freunde und Weggefährten kamen vorbei und gratulierten zum triumphalen Sieg.
Donnerbauer

17 war am Sonntag die Zahl des Abends. Sie zierte das Hemd von ÖVP-Gemeindeparteiobmann Stefan Lang und die Wange von Kandidatin Eva Heilinger. Von den 17 Mandaten für die Retzer ÖVP hätte wohl niemand auch nur zu träumen gewagt. Damit hat man nicht nur die absolute, sondern sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit geholt. Und das obwohl fünf Parteien zur Wahl angetreten sind.

Die Bürgerliste „Wir für Retz“ verliert 4 Mandate und hält noch 3, die SPÖ muss ebenfalls 4 Mandate abgeben und steht damit bei 2.

Am Wahlabend feierte das Team der Retzer Grünen im Weinquartier. Die Freude von (v.l.) Helene Schrolmberger, Daniela Breuer-Gartner, LauraWalzer, Gabriele Blei und Harald Doppelhofer war groß, dass das dritteMandat erreicht wurde und die Spitzenkandidaten Thomas Resch, MartinPichelhofer und Daniela Friedl nun in den Gemeinderat einziehen.
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Die Grünen sind der zweite Wahlsieger des Sonntags, sie gewinnen erneut ein Mandat dazu und haben nun drei. Der FPÖ ist mit Elisabeth Holy der Einzug in den Retzer Gemeinderat nicht gelungen.

Junge Kandidaten sind Vorzugsstimmenkaiser

„Wir sind überwältigt von diesem Erfolg und unseren Wählern zu Dank verpflichtet“, so die erste Reaktion von Stefan Lang. Das Ergebnis sei die Belohnung für fünf Jahre konsequente Arbeit für die Bürger der Stadtgemeinde Retz. „Damit hätten wir nicht gerechnet.“

In der vergangenen Periode habe man mit der SPÖ und den Grünen gemeinsam sehr viel für die Stadt umsetzen können. Das Ergebnis sei eine schöne Bestätigung dafür. „Wir wollen dieses gemeinsame Miteinander fortsetzen“, meint Lang

Für Bürgermeister Helmut Koch spricht das Ergebnis für die gute Arbeit. „Wir reden nicht nur, sondern sind entscheidungskräftig.“ Auch das junge Team rund um Daniel Wöhrer habe sicher Anteil an dem tollen Wahlerfolg.

Dies ist auch anhand der Vorzugsstimmen erkennbar. Die jungen Kandidaten Daniel Wöhrer, Mathias Pöcher und Claudia Schnabl sind bei den Vorzugsstimmen gleich hinter Bürgermeister Koch selbst.

Grüne fürchten die Übermacht der ÖVP

„Für uns ist es einfach sehr schön, weil genau das Wahlziel erreicht worden ist. Wir sind dort, wo wir hinwollten“, freut sich Grünen-Spitzenkandidat Martin Pichelhofer. Ein kleiner Wermutstropfen sei jedoch, dass der Überhang der ÖVP so groß geworden ist. Damit gebe es nun „eine völlig neue Situation in Retz. Ähnlich wie im Bund gibt es jetzt eine große Partei und mehrere ungefähr gleich starke kleine. Da müssen wir uns noch Gedanken machen, wie wir damit umgehen“, sieht Pichelhofer das kritisch.

„Wir bedanken uns bei unseren Wählern und gratulieren den Siegern der Wahl“, lautet die erste Reaktion von Felix Wiklicky von der Bürgerliste „Wir für Retz“. Wer aus dem Team die drei Plätze im Gemeinderat einnehmen wird, will man erst entscheiden: „Wir werden sehen, ob man uns einen Stadtrat anbietet. Dann werden wir überlegen, wer die besten Kompetenzen hat, um das Amt auch vernünftig auszuüben“, meint Wiklicky.

Die zwei Mandate der SPÖ sind für Spitzenkandidatin Beatrix Vyhnalek enttäuschend.

„Was soll ich sagen, wir haben bei null angefangen“, so Vyhnalek, denn die Stadtpartei hatte es nach internen Schwierigkeiten im vergangenen Halbjahr nicht einfach. „Es ist schade, dass das, was wir in den letzten fünf Jahren geleistet haben, und die vielen Projekte, die wir mit der ÖVP umgesetzt haben, nicht gewürdigt wurden.“

Rot sei generell abgefallen, „aber bei uns hat es sicher die größten Auswirkungen gehabt“, meint Vyhnalek. Motiviert ist man trotzdem: „Jetzt heißt es Gas geben in den nächsten fünf Jahren!“

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