Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany läuft an

Im südmährischen AKW Dukovany, nur rund 30 Kilometer Luftlinie von der Grenze zum Bezirk Hollabrunn entfernt, starten die Vorbereitungen zum geplanten Ausbau des Meilers. Einwendungen sind nur in tschechischer Sprache möglich.

Red. Hollabrunn Erstellt am 08. Oktober 2021 | 17:13
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Das AKW Dukovany liegt in Sichtweite des Bezirks Hollabrunn. In den Ausbau des Kernkraftwerks wird nun kräftig investiert.
Foto: APA / Andreas Troescher

Vor kurzem wurde eine sogenannte „Zoning Procedure“ nach tschechischem Baurecht für die Errichtung von Strom- und Abwasserleitungen sowie neuen Zubringerstraßen eingeleitet, berichtet der NÖ Wirtschaftspressedienst, berichtet der NÖ Wirtschaftspressedienst. Zwei Milliarden Kronen – umgerechnet 76 Millionen Euro – wird die Betreibergesellschaft, der halbstaatliche Energiekonzern ČEZ, heuer in Dukovany investieren. Detaillierte Projektunterlagen sind in englischer Sprache auch auf der Homepage des Umweltbundesamtes abrufbar.

Pikant sei, dass allfällige Stellungnahmen oder Einwendungen gegen das Ausbauvorhaben beim regional zuständigen Stadtamt in Třebíč (Trebitsch) bis 3. November nur in tschechischer Sprache eingebracht werden können. Ein grenzüberschreitendes Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren gemäß Espoo-Konvention und UVP-Richtlinie ist nämlich nicht vorgesehen. 

Mit geschätzten Baukosten in Höhe von mehr als sechs Milliarden Euro ist die Aufrüstung des 36 Jahre alten AKW Dukovany, das nur 30 Kilometer Luftlinie vom Bezirks Hollabrunn entfernt liegt, das größte Investitionsprojekt in der tschechischen Geschichte. In der Region werden der Betrieb des Atomkraftwerks und dessen Ausbau mit einem mulmigen Gefühl verfolgt.