Pulkau droht ein Schüler-Verlust. Schrattenthal strebt neue Lösung an. Zum Leidwesen von Pulkau.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:10)
Bürgermeister Leo Ramharter und Vize Christina Rusinger kämpfen in Pulkau um jeden Schüler.
Enzmann

Seit über 50 Jahren gehen die Kinder aus der Stadtgemeinde Schrattenthal in der Nachbargemeinde Pulkau zur Schule. Genau genommen jene aus Schrattenthal und Waitzendorf. Die Obermarkersdorfer werden in Retz eingeschult. Das soll sich in der 900-Haushalte-Gemeinde nun ändern. Der Schulstandort soll vereinheitlicht werden.

Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat

„Der Gemeinderat ist nach eingehender Diskussion zum einstimmigen Beschluss gekommen, ab September 2023 alle Kinder in die Retzer Schulen zu schicken“, erklärt Schrattenthals Bürgermeister Stefan Schmid. Warum dieser Grundsatzbeschluss? „Wir sind zur Ansicht gelangt, dass in den nächsten 100 Jahren der Retzer Standort für unsere künftigen Generationen besser ist.“

Dies sei aber keine Entscheidung gegen Pulkau, sondern vielmehr ein zukunftsweisender Entschluss. Derzeit sind es zwölf Schrattenthaler Kinder, die die Volksschule Pulkau besuchen, etwa 20 Mittelschüler sind betroffen. Wichtig: Wer bereits in Pulkau zur Schule geht, muss diese bei einer Sprengeländerung nicht verlassen.

Retz soll der einzige Schulstandort für seine Gemeinde sein: Stadtchef Stefan Schmid.
Enzmann

In einem Rundschreiben an alle Eltern wird das Zukunftskonzept erklärt, welches auf die Bereiche Bildung, Gastronomie und Nahversorgung fokussiert. In Schrattenthal soll unter anderem ein Kindergartenneubau erfolgen.

Stadtchef Schmid betont abschließend, dass es für die Mitglieder des Gemeinderates keine einfache oder leichtfertige Entscheidung gewesen sei.

Schriftliche Stellungnahme aus Pulkau

Gar nicht glücklich darüber zeigt man sich naturgemäß in Pulkau. In einer schriftlichen Stellungnahme teilen Bürgermeister Leo Ramharter und seine Vizebürgermeisterin Christina Rusinger mit: „Wir haben vor Kurzem von unserer Nachbargemeinde erfahren, dass angestrebt wird, den Schulsprengel aufzulösen, um alle Kinder der Gemeinde Schrattenthal geschlossen nach Retz zu schicken. Wir verstehen das Bestreben, die Kinder zusammen in eine Schule zu schicken. Die Schratten-thaler und Waitzendorfer Kinder gehen ja bei uns zur Schule, auch die Obermarkersdorfer Kinder sind herzlich willkommen. Einem Wechsel der Schulkinder nach Retz können wir als Schulstandortgemeinde keinesfalls zustimmen. Wir wollen die Qualität unserer Topschulen nicht gefährden.“

Im Retzer Stadtamt wollte man sich vorerst nicht dazu äußern. Die Entscheidung über den Sprengel wird in der Bildungsdirektion gefällt werden.