Wind-Antrag abgeblasen. Altenmarkt: 430 Unterschriften bewogen Bürgermeister zu Verschiebung.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 10. Oktober 2020 (04:46)
Kommen Windräder im nordöstlichenGemeindegebiet?Betroffene wollen eine Volksbefragung dazu.
NÖN

Eigentlich sollte in der Hollabrunner Gemeinderatssitzung am Dienstagabend letzter Woche im Stadtsaal auch über einen Gestattungsvertrag für mögliche Windräder im nordöstlichen Gemeindegebiet debattiert werden. Doch das Thema wurde – nicht zum ersten Mal – kurzfristig von der Tagesordnung genommen.

Hintergrund: Es hat sich eine Initiative gegen die Windkraft-Pläne bzw. für eine Volksbefragung formiert, die dem Bürgermeister nun eine Menge Unterschriften überreichte. Deren Sprecher, Erich Harrer aus Eggendorf im Thale, betont, dass man mit keiner politischen Partei in Zusammenhang gebracht werden wolle.

„Mehr als 400 Unterschriften für eine Volksbefragung in den Katastralgemeinden Altenmarkt im Thale, Kleinkadolz, Enzersdorf im Thale, Weyerburg, Eggendorf im Thale und Kleinstetteldorf haben wohl auch den Bürgermeister dazu bewogen, den geplanten Gestattungsvertrag von der Tagesordnung zu nehmen“, kommentierte SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant die Nichtbehandlung des Tagesordnungspunktes.

430 Unterschriften gesammelt

Dabei geht es um drei Windkraftanlagen, die die EVN künftig in der Katastralgemeinde Altenmarkt errichten will. ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky bestätigte, dass ihn die überbrachten 430 Unterschriften dazu bewogen hatten, den Gestattungsvertrag von der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung abzusetzen. Diese sollen nun überprüft und bei der nächsten Sitzung, die im Dezember stattfinden wird, behandelt werden. Das wäre Variante eins. „Oder wir entscheiden uns für Variante zwei und canceln das Projekt. Derzeit bin ich aber für Variante eins“, so der Gemeindechef.

Der SPÖ-Stadtparteichef betonte indes in einer Aussendung: „Was wir jetzt brauchen, sind zwei Dinge: eine Bürgerinfo an alle Bewohner der betroffenen Orte mit den Vor- und Nachteilen der Windkraftanlagen für die Gemeinde und ihre Bevölkerung und andererseits eine Volksbefragung in den genannten Katastralgemeinden, um danach die weitere Vorgehensweise im Gemeinderat zu bestimmen.“ Denn, so Dechant: „So schaut gelebte Demokratie aus.“