1.626 Arbeitslose: Halbjahres-Bilanz im Covid-Schatten. Nach durchwegs erfreulichem Jahresbeginn führte der Lockdown wegen des Coronavirus ab Mitte März zu einem historischem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ende des ersten Quartals wurden im Bezirk 2.119 Arbeitslose gezählt, um 800 mehr als sonst im Frühjahr. 422 Betriebe beantragten die Kurzarbeit für 3.225 Beschäftigte. Drei Monate später zeichnet sich ein erstes Licht am Ende des Tunnels ab.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 03. Juli 2020 (07:11)
Die Folgen der Wirtschaftskrise werden auch das AMS Hollabrunn noch länger beschäftigen.
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Bis Ende Juni konnte der extreme Anstieg der Arbeitslosigkeit nahezu halbiert werden. 1.626 Menschen waren beim AMS Hollabrunn als Jobsuchende vorgemerkt. Das sind allerdings noch immer um 444 (37,3 %) mehr als Mitte des vorigen Jahres. Frauen (+ 47,3%) sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer (+ 28,8%). „Unverändert exponiert sind Jobs im Tourismus und Gastgewerbe, in der Veranstaltungsbranche, in einigen Sparten des Handels und in vielen vor- beziehungsweise nachgelagerten Bereichen“, berichtet Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt. 

Arbeitsmarkt trotz Krise in Bewegung 

Trotz oder gerade wegen des Beschäftigungsrückgangs um 3,2 Prozent habe die Arbeitskräftenachfrage deutlich angezogen. „Das Arbeitsmarktservice nützt diesen Rückenwind, um möglichst viele Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen“, betont Mukstadt und bilanziert zufrieden: „Allein im Mai und Juni fanden dadurch 578 Hollabrunner einen neuen Arbeitsplatz. Das sind fast doppelt so viele wie in einem durchschnittlichen Jahr.“ 

 „Trotz dieser positiven Signale werden uns die Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise noch lange beschäftigen“, ist der AMS-Chef überzeugt. Im Fokus stehen Jugendliche und die Erwerbsgeneration 50+. Besonders schwierig sei die Situation am Lehrstellenmarkt. Ein Türöffner für Pflichtschulabgänger könnte der Lehrlingsbonus für jene Ausbildungsbetriebe sein, in denen bis Ende Oktober ein neues Lehrverhältnis beginnt, meint Mukstadt: „Schon jetzt ist aber abzusehen, dass für viele Jugendliche der Berufseinstieg nur über eine überbetriebliche Lehre oder ein Übergangslehrgang möglich sein wird.“