Die Arbeitskräftenachfrage ist so groß wie nie. 1.311 Menschen – 690 Frauen und 621 Männer – waren Ende Juli im Bezirk Hollabrunn arbeitslos gemeldet. 227 Arbeitsuchende befanden sich in einer vom Arbeitsmarktservice geförderten Weiterbildung, wie das AMS Hollabrunn in seiner Monatsanalyse bekannt gibt.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 02. August 2021 (10:32)
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Die Verantwortlichen im AMS Hollabrunn orten positive Signale am Arbeitsmarkt.
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Im Vergleich zum Juli 2020 waren um 252 oder 16,1 Prozent weniger Jobsuchende beim Hollabrunner AMS vorgemerkt. "Mittlerweile profitieren alle Altersgruppen und somit auch die ältere Erwerbsgeneration vom Beschäftigungsplus", analysiert der stellvertretende Geschäftsstellenleiter Peter Kirchner. Auch für Arbeitsuchende ohne Ausbildung – das sind immerhin 42,3 Prozent – hätten sich die Chancen auf einen beruflichen Wiedereinstieg deutlich verbessert.

Arbeitskräftenachfrage im Allzeithoch

Fast 300 freie Arbeitsplätze gibt es im Bezirk. Das sind um 38,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Mit der einsetzenden Dynamik wird die Arbeitslosigkeit als zentrales Thema des vergangenen Jahres nun wieder vom Fachkräftemangel abgelöst“, so die Einschätzung von Kirchner. Für ihn seien kreative Lösungen und maßgeschneiderte Qualifizierung gefragt, um die Arbeitskräftenachfrage abzudecken. Dabei werde es auch für die Vermittlungsprofis zusehends schwieriger, den Anforderungskriterien vakanter Stellen mit geeigneten Jobsuchenden zu entsprechen.

Langzeitarbeitslosigkeit um ein Fünftel gestiegen

Die Gesundheits- und Wirtschaftskrise hat zu einer enormen Verfestigung von Arbeitslosigkeit geführt. 28,4 Prozent aller Arbeitslosen sind bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. Wer vor oder während Corona wegen verschiedener Einschränkungen den Arbeitsplatz verloren hat, dem gelingt ein Comeback ins Berufsleben auch unter besseren Rahmenbedingungen nur sehr schwer.

Im AMS werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um hier entgegenzuwirken, betont Kirchner. Unterstützt werden diese Bemühungen durch Lohnkostenzuschüsse an Betriebe, die Langzeitarbeitslose einstellen, gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung und Arbeitsplätze in Beschäftigungsprojekten.