50.000 Euro für Glasfaser-Coup im Retzer Land. Die Gemeinden des Retzer Landes wollen für 50.000 Euro die Gesellschaft inklusive der 1.200 Verträge kaufen.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 06. November 2019 (06:12)
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Dem Glasfaserausbau im Retzer Land ist man wieder einen Schritt näher gekommen. In Retz hat man in der vergangenen Gemeinderatssitzung bereits einstimmig beschlossen, dem künftigen Verein „Glasfaserausbau Retzer Land“ beizutreten und 20.000 Euro in diesen einzubringen. In Pulkau, Schrattenthal und Retzbach soll dies ebenfalls in den kommenden Sitzungen passieren. Im Verein, der sich derzeit in Gründung befindet, sollen alle vier Gemeinden durch ihre Bürgermeister vertreten sein, Obmann wird Bürgermeister Stefan Schmid.

Stefan Schmid wird Obmann des Vereins „Glasfaserausbau Retzer Land“.
privat

Sind alle Gemeinderatsbeschlüsse da, will man die Glasfaserinfrastrukturentwicklungs- und Bauges.m.b.H. (GIBAG) von der STRABAG zu einem aktuell ausverhandelten Preis von 50.000 Euro kaufen. Noch bis Ende Jänner darf der Name GIBAG weitergeführt werden, die Marke „Glasfaserland“ falle zurück an die STRABAG und dürfe nicht mehr verwendet werden.

Doch das alles sind Nebensächlichkeiten, denn wichtig sind einerseits die 1.200 Verträge, die die Bürger des Retzer Landes bereits mit der GIBAG abgeschlossen haben. Sie bleiben gültig, können übernommen werden und seien die Summe laut externen Beratern wert.

Retzbach startet mit Verlegung der Leerrohre

Andererseits geht es um die Förderung der Niederösterreichische Grenzlandförderungsgesellschaft (NÖG) in der Höhe von fünf Millionen Euro, die der GIBAG gewährt wurde und nur von ihr abgeholt werden kann.

Um diese Förderung für den Ausbau zu bekommen, müssen dann im nächsten Schritt in jeder Gemeinde zusammenhängende Bereiche von beliebiger Größe festgelegt werden, in denen eine Anschlussquote von 40 Prozent erreicht wird.

In Retzbach sei es laut Bürgermeister Manfred Nigl möglich, das gesamte bebaute Gemeindegebiet als einen derartigen Ausbaupolygon festzulegen. Und auch mit dem Verlegen der nötigen Leerrohre beginnt man dort bereits. Denn aktuell führe die EVN Grabungsarbeiten zu den Häusern durch, um die Umstellung auf Smartmeter vorzubereiten. Das wird genützt, um auch die eigenen Leerrohre zu verlegen, in die später die Glasfasern „eingeblasen“ werden.

Zunächst muss jedoch noch bis Mitte Dezember der Kauf der GIBAG jedenfalls abgewickelt sein. Denn dann entscheidet die NÖG in einer Generalversammlung über die Vergabe der Förderung.