Angepasstes Spitalsessen für Covid-19-Patienten. Angesichts der Coronasituation erarbeitete ein Team am Landesklinikum Hollabrunn ein antivirales Ernährungskonzept - angelehnt an die Traditionelle Chinesische Medizin. Der erforderliche Energie-, Eiweiß- und Flüssigkeitsbedarf von an Covid-19 erkrankten Patienten sei damit sichergestellt.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 16. Oktober 2020 (12:24)
Das richtiges Essen kann die Symptome von Covid-19 lindern.
Landesklinikum Hollabrunn

Zur Covid-19-Prophylaxe und unterstützenden Behandlung nützt die Volksrepublik China traditionsgemäß komplementäre Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Akupunktur, Bewegungs- und Atemübungen sowie ernährungsphysiologische Maßnahmen, deren symptomlindernde Wirksamkeit in chinesischen Journalen gezeigt wurde. 

Auch einige westliche In-vitro-Studien konnten die Anti-SARS-CoV-2-Aktivität von Heilpflanzen wie Süßholzwurzeln, Löwenzahn, Thymian, Salbei etc. sowie von gängigen Nahrungsmitteln wie Sojabohnen, Rettichgewächsen, Senf oder Rhabarber nachweisen.  Darauf basierend erstellten nun Allgemeinmediziner Thomas Perkonig, die Diätologinnen Andrea Jäger und Monika Kaiser sowie Küchenchef Michael Kührer in Hollabrunn ein unterstützendes Ernährungskonzept für Covid-19-Patienten. 

Bei Fieber: 100 ml mehr Flüssigkeit pro 0,1°C

Ziel war eine Anpassung der Ernährungsrichtlinien der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM) an die heimischen gastronomisch-kulturellen Gegebenheiten. "Die Sicherstellung der adäquaten Energie-, Eiweiß- und Flüssigkeitsversorgung der großteils betagten Patienten machte drastische Diätänderungen aber impraktikabel", heißt es in einer Aussendung des Klinikums Hollabrunn.

Dennoch wurde etwa auf den vermehrten Flüssigkeitsbedarf von 100 ml pro 0,1°C bei Fieber (> 38°C) durch vermehrte Bereitstellung von Kompotten und Fruchtmusen reagiert. Die als antimikrobiell, antithrombotisch, immunmodulierend und entzündungshemmend bekannten Senföl-Glycoside (zum Beispiel in Radieschen, Brunnenkresse, Schnittlauch, weißem Rettich, bitteren Blattsalaten wie Rucola, Radicchio und Chicorée) wurden vermehrt in den entsprechenden Speisen eingesetzt.