Analyse des Lockdowns am Gymnasium. Der Elternverein des Erzbischöflichen Gymnasiums Hollabrunn erstellte eine Elternbefragung zum „Lernen im Lockdown“.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:36)
Harald Busta ist Obmann des Elternvereins und hat die Umfrage ausgewertet.
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Dass die Digitalisierung in den Schulen durch die Corona-Pandemie beschleunigt wurde, steht außer Frage. Doch wie gut funktionieren der Informationsfluss, die Bewältigung von Aufgabenstellungen und die Lernplattformen in Wirklichkeit? Diese Fragen stellte sich der Elternverein gemeinsam mit dem „Digitalen Arbeitskreis“ des Erzbischöflichen Gymnasiums, der aus vier Lehrern, vier Eltern, vier Schülern und dem Obmann des Elternvereins, Harald Busta, besteht.

Nach dem ersten Lockdown erfolgte die erste Befragung, fast ein Jahr später wurde dieselbe Umfrage noch einmal durchgeführt. Die Intention des Fragebogens war, dass auch die Eltern miteingebunden werden und die Lehrer aus den Ergebnissen eine konstruktive Rückmeldung bekommen. Harald Busta ist als Elternteil froh über die Schulwahl seiner Kinder und meint: „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Schule.“

„Dadurch, dass jetzt alles am Laptop erledigt wird, gibt es keine geografische Trennung mehr.“ Gudrun Edhofer

Der „Digitale Arbeitskreis“ wurde schon vor der Corona-Zeit gegründet, um sich über die Digitalisierung am Gymnasium auszutauschen. Ein Hauptproblem im ersten Lockdown war, dass zu viele verschiedene Kommunikationskanäle zur Übermittlung der Aufgaben benutzt wurden. „Unsere Schule hat sich dann geeinigt, nur die Plattform Teams zu verwenden, auf die alle Informationen hochgeladen werden“, erzählt Lehrerin Gudrun Edhofer.

Gudrun Edhofer hat schon vor der Corona- Pandemie mit digitalen Tools im Unterricht gearbeitet.
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Sie ist Mitglied des Arbeitskreises und unterrichtet Mathematik und Geschichte. Elias Lechner vertritt die Meinung der Schüler im Arbeitskreis und findet, dass seine Schule in puncto Digitalisierung schon weit ist: „Dadurch, dass sich jetzt jeder Lehrer mit Teams auseinandersetzen musste, ist unsere Schule schon auf einem höheren Level.“

Edhofer war im Umgang mit den Plattformen „Teams“ und „OneNote“ geübt, da sie schon vor sechs Jahren begonnen hatte, im Unterricht mit ihnen zu arbeiten. „Im ersten Lockdown ist mein Telefon heißgelaufen. Da habe ich meinen Kollegen einen Crashkurs gegeben.“

Weiters wurde gefragt, wie rasch die Lehrer auf Fragen reagiert haben: 2020 gaben knapp 58 Prozent an, dass die Pädagogen immer rasch reagiert hätten, 2021 waren es 55 Prozent. Edhofer sieht in der ständigen Erreichbarkeit aber auch einen Nachteil: „Dadurch, dass jetzt alles am Laptop erledigt wird, gibt es keine geografische Trennung mehr zwischen Schule und zu Hause. Da verschwimmen die Grenzen mehr.“

Mehr Aufwand bei digitalen Aufgaben

Mehr als die Hälfte der Eltern gab an, dass ihr Kind im Homeschooling mehr Zeit für Aufgaben aufwenden muss. Dies bestätigt Elias Lechner: „Das digitale Lernen und die Erledigung von Arbeitsaufträgen sind für mich mit mehr Selbständigkeit verbunden.“ Auch von der Lehrerseite sei mehr vorzubereiten, meint Edhofer: „Bei Arbeitsblättern oder Videos muss ich jeden Schritt viel mehr erklären. Das ist zeitaufwendiger.“

90 Prozent der Eltern gaben 2021 an, dass ihr Kind zureichend Zugang zu einem Laptop oder Computer hat, 2020 waren es 79 Prozent.

Elias Lechner besucht die 7A und vertritt die Schüler im Digitalen Arbeitskreis.
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Das Erzbischöfliche Gymnasium macht zudem bei der Digitalisierungsoffensive des Bundesministeriums mit, bei der die ersten und zweiten Klassen der Unterstufe für das Schuljahr 2021/2022 digitale Endgeräte erhalten. Im „Digitalen Arbeitskreis“ wurde beschlossen, dass die Schüler Tablets bekommen. Auch wenn die Zeit im Homeschooling mit Höhen und Tiefen verbunden war, sieht Edhofer ein großes Plus: „Die Schüler haben unheimlich an Selbstständigkeit dazugewonnen und sind den vorherigen Maturanten einiges voraus!“

Die Ergebnisse der Umfrage können auf der Homepage des Elternvereins unter www.klassenforum.at abgerufen werden.