Grüne „Pakete“ gegen Versteppung. Georg Ecker thematisiert Auswirkungen der Klimakrise in Heimatregion.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:51)
zVg
Fand mit den Grünen einmal mehr keine Mehrheit im Landtag: Georg Ecker.

Ernteausfälle durch Dürre in der Landwirtschaft, Borkenkäfer-Befall und Schädlingsbefall von Zuckerrüben und Erdäpfeln aufgrund von Wasserknappheit: „Die Klimakrise äußert sich auch im Weinviertel vor allem in der Land- und Forstwirtschaft“, sagt Georg Ecker.

Der Hollabrunner Abgeordnete der Grünen brachte im Landtag einen Antrag für Maßnahmen gegen Wasserknappheit ein. „Wir müssen regional Maßnahmen ergreifen, um Wasser verstärkt in der Region zu halten, ansonsten könnten gewisse Flächen im Weinviertel in der Zukunft versteppen.“

Zwei Pakete mit Vorschlägen

Die Forderung der Grünen zielt darauf ab, ein Gesamtkonzept fürs Weinviertel zu erstellen. In zwei Paketen werden Vorschläge zur Diskussion gestellt.

Das erste Paket betrifft die Speicherung von Wasser in Zisternen, Teichen und im Grundwasser durch Versickerung sowie Wasserrückhalteflächen in der Landwirtschaft – von Feuchtwiesen bis zur Renaturierung von Bächen und Flüssen. „Selbst Gründächer können Wasser speichern – bis zu 137 Liter pro Quadratmeter – und so auch bei Starkregenereignissen die Kanalisation entlasten“, erläutert Ecker.

Das zweite Paket beinhaltet Maßnahmen für die Landwirtschaft, wo Humusaufbau, zusätzliche Bäume als Windschutz und zur Wahrung der Artenvielfalt sowie die Vermeidung von Bodenschäden durch Verdichtung und Erosion im Mittelpunkt stehen.

„Wir sind aber zuversichtlich, damit – ähnlich wie beim Ausbau der Nordwestbahn – einen Diskussionsprozess zu beginnen.“Georg Ecker, Die Grünen

In der Vergangenheit sei das Weinviertel eine wasserreiche Region gewesen, unterstreicht Ecker. „Im 17. Jahrhundert war die Teichfläche im Weinviertel größer als jene im Waldviertel. Bekannteste Wasserfläche war der Retzer See, der erst durch Drainagierungen trockengelegt wurde.“

Doch seit der Regulierung der Bäche werde Wasser möglichst schnell aus der Region abgeführt, sagt der Grün-Abgeordnete. „Das können wir uns in Zeiten der derzeitigen langen Trockenphasen und starken Verdunstung durch Wind nicht mehr leisten.“

Einer oft geäußerten Befürchtung widerspricht Ecker: In vielen Bereichen würde eine Renaturierung von Bächen dem Hochwasserschutz nicht entgegenstehen, sondern diesen im Gegenteil sogar verstärken.

„Bestehende Projekte – etwa an der Pulkau nahe Watzelsdorf – zeigen, dass dort seit der Renaturierung der Pulkau die Hochwassergefahr weitgehend gebannt ist.“ Das Wasser habe dort durch die Renaturierung genügend Platz und würde umliegende Felder und Orte nicht mehr fluten.

Der Antrag wurde zwar im NÖ Landtag von den anderen Parteien abgelehnt. „Wir sind aber zuversichtlich, damit – ähnlich wie beim Ausbau der Nordwestbahn – einen Diskussionsprozess zu beginnen, der am Ende auch zu konkreten Maßnahmen führen wird“, sagt Ecker.