Kustodentreffen: Retz war Angelpunkt der Museen. Kustoden sahen sich Museumsdepot an und tauschten Neues aus.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 16. November 2018 (05:49)

Ulrike Vitovec, Geschäftsführerin des Museumsmanagements, formulierte es wohl am treffendsten. Der Mitarbeiter des Museums hat kaum Zeit für Besichtigungen, weil er sich eben oft mit der eigenen Sammlung beschäftigt. Das Weinviertel Museumstreffen des Museumsmanagements NÖ bietet dazu Gelegenheit. Historiker, Ehrenamtliche und Betreiber besichtigen das Museum Retz.

Großes Interesse zeigten sie am neuen Depot. Helene Schrolmberger erläuterte die Umsetzung des Förderprojektes und wies auf die letzte Neuerung hin. Die Waffen – von Lanzen bis zu Gewehren – werden nun fachgerecht gelagert. Die Kustoden erfuhren im Anschluss Neues aus anderen Regionen.

„Museen funktionieren, wenn sie eine regionale Verankerung haben und darüber hinaus ausstrahlen“Mamuz-Geschäftsführer Peter Fritz

Hans Huysza aus Wilfersdorf (Bezirk Mistelbach) rief viele Projekte rund um die Liechtenstein-Schlösser ins Leben und ist zudem Vize-Chef im Verein Museen und Sammlungen NÖ – und denkt mit Obmann Edgar Niemeczek an Rückzug. „Wer das machen will: Traut’s euch!“, appellierte er an seine Kollegen.

Sein letztes Projekt stellte er vor: Die Karte „Grenzenlose Liechtensteinregion“, die den ehemaligen Besitz der Fürsten Liechtenstein im Weinviertel und in Mähren zeigt, liefert einen historischen Abriss und touristische Informationen.

Mamuz-Geschäftsführer Peter Fritz erläuterte die bevorstehende Fusionierung des Museumsdorf Niedersulz mit dem Mamuz Mistelbach. Die Betriebsgesellschaften werden im Jänner zusammengeführt, ohne dass einzelne Marken verloren gehen. Die drei Schienen Volkskunde, Kunst und Archäologie bleiben getrennt und die dahinterstehenden Vereine und Eigentümer erhalten.

„Museen funktionieren, wenn sie eine regionale Verankerung haben und darüber hinaus ausstrahlen“, erklärte er. Entstehen wird so die größte Museumskooperation des Weinviertels mit 120.000 Besuchern und 50 Mitarbeitern im fixen Dienstverhältnis. Möglich soll eine stärkere Positionierung, ein gemeinsames IT-Programm und ein großer Besucheraustausch werden. „Wir müssen schauen, dass wir im Weinviertel nicht übrig bleiben“, findet er. Standorte und Arbeitsplätze sollen langfristig abgesichert werden.

Die Fusion werde gerade rechtlich auf Schiene gebracht. Man sucht zudem nach Synergien auf finanzieller und personeller Ebene, ohne Einsparungen tätigen zu müssen.
Das Weinviertler Museumstreffen schloss mit der Präsentation des Buches „Der Große Krieg im kleinen Museum“ am Abend.

Zitiert

„Wir werden in der fachlichen Qualität immer besser.“

Johannes Kranner, Obmann-Stellvertreter des Retzer Museumsvereins, hat große Freude mit seinen Mitgliedern.

„Was hier geleistet wird, das ist Emotion. Gebt’s ned auf!“

Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich als Dach fürs Museumsmanagement NÖ, dankt allen ehrenamtlichen Helfern.

„Für jeden subventionierten Euro fließt 1,80 Euro in die Wirtschaft. Es ist sehr sinnvoll, in ein Museum zu investieren.“

Christa Zahlbruckner (Museumsmanagement NÖ) zitiert aus einer aktuellen Wertschöpfungsstudie des Museumsbundes.