Autofahrer-Konflikt: Brüder verprügelten 61-Jährigen. Zwei Brüder schlugen beim Lagerhaus-Parkplatz in der Hollabrunner Gschmeidlerstraße auf einen 61-Jährigen ein, sodass dieser Hämatome im Gesicht und Abschürfungen am Rücken davontrug. Sie müssen für ihre Straftat nun tief ins Börsel greifen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 20. November 2020 (12:24)
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APA (Symbolbild)

„Meine Mandanten übernehmen die Verantwortung und sind reumütig“, sagte Anwalt Gunter Österreicher und räumte ein: „Es wird schon der eine oder andere Faustschlag zu viel gewesen sein.“ Der Hollabrunner verteidigte zwei Brüder, 22 und 26 Jahre alt, die sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten mussten.  Der Vorfall trug sich Mitte September zu.  

Auslöser war eine Beinahe-Zusammenstoß im Mini-Kreisverkehr vor Wagners Wirtshaus. Die Brüder sagten aus, dass sie von der Brunnthalgasse in diesen einfahren wollten. „Ich hab‘ gesagt: Stopp! Bleib stehen!“, erinnerte sich der 26-jährige Beifahrer. Denn aus der Gschmeidlerstraße kam der 61-Jährige mit seinem Pkw. „Sicher mit 70 km/h“, beteuerte der 22-Jährige. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, trat er in die Bremse. 

Die Brüder seien dann in die Gschmeidlerstraße eingebogen, im Rückspiegel hätten sie beobachtet, wie der 61-Jährige umdrehte und ihnen nachfuhr. Auf Höhe des Lagerhauses wurden beide Autos geparkt, die Insassen stiegen aus. „Er war sehr aggressiv“, sagten beide Brüder über das Opfer aus. Weil der 26-Jährige fürchtete, dass der andere Fahrer auf seinen Bruder losgehen würde, stellte er sich zwischen die beiden. Daraufhin begann ein Gerangel, die beiden Männer gingen zu Boden. „Mein Bruder ist dann auch dazugekommen und hat ihm Faustschläge versetzt“, schilderte der 26-Jährige.

"Mit den Fäusten bearbeitet"

Die Version des 61-Jährigen klang anders: Er habe sich bereits im Kreisverkehr befunden, als der Mercedes aus der Brunnthalgasse ebenfalls einfuhr. „Sie haben gehupt und wild gestikuliert“, erklärte der Reisebuschauffeur. Da es beinahe zu einem Zusammenstoß gekommen wäre, habe er kurz nach dem Kreisverkehr angehalten; „ich habe durchgeatmet!“ Da habe er gesehen, dass der Mercedes ebenfalls angehalten hatte. „Ich habe gedacht, sie wollen sich entschuldigen, hab‘ umgedreht und bin zu ihnen gefahren.“

 Als die drei aus dem Auto ausstiegen, hätte er „freundlich auf den Vorrang hingewiesen, den sie mir genommen haben“. Da hätte ihn der 26-Jährige sofort geschubst. „Er hat zu mir gesagt: Du bist blöd gefahren!“ Der 22-Jährige habe ihn daraufhin zu Boden gerissen. Beide hätten danach auf ihn gekniet und „mich mit den Fäusten bearbeitet“. Der 61-Jährige habe nur versucht, seinen Kopf zu schützen. 

Ein Lagerhaus-Mitarbeiter setzte der Schlägerei ein Ende. „Ich hab gesehen, wie die beiden aus dem Auto rausgehüpft sind und er den Mann niedergeschlagen hat“, zeigte der Zeuge auf den jüngeren Bruder. Das Opfer sei nicht aggressiv gewesen. „Dazu hatte er ja gar keine Zeit.“

3.000 Euro Geldstrafe für den älteren Bruder

Der 22-Jährige kam mit einer Diversion davon. Um einer Verurteilung zu entgehen, wird er eine Geldbuße von insgesamt 1.600 Euro bezahlen. Seinem großen Bruder blieb ein Urteil nicht erspart: Er hat eine „massive Vorstrafe“ aufzuweisen: 33 Monate bedingte Haft wegen Raubes. Erhard Neubauer sprach den jungen Mann schuldig, er muss 3.000 Euro Bußgeld bezahlen. „Ich hoffe, das bewirkt, dass Sie hier nicht mehr in Erscheinung treten“, mahnte der Richter. 

Außerdem einigten sich die beiden Parteien auf 1.200 Euro Schmerzensgeld, von dem 1.000 bereits im Gerichtssaal an das Opfer übergeben wurden.