Aufregung um Rodung in Sonnberg. Stadtwerke-Konter auf Anrainer-Kritik. Ecker mahnt Umsicht ein.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 17. September 2020 (04:25)
Das ursprüngliche Profil des Bacheswurde wiederhergestellt, sagt der Stadtwerke-Chef. „Brutal massakriert“, sagen Anrainer.
NÖN

Fassungslos. Entsetzt. Traurig. Attribute, die zuletzt aus Sonnberg zu hören waren, weil der Bachgraben mit einem „Monsterbagger“ geräumt wurde. Viel zu brutal, meinen einige Anrainer. Und auch Grünen-Klubobmann Georg Ecker bestätigt: „Uns haben einige Anrainerbeschwerden erreicht.“

Der Anblick einer wunderschönen Silberpappel sei ein Drama, schildert eine Sonnbergerin. Diese müsse jetzt umgeschnitten werden, da ein Großteil der Wurzel abgerissen wurde. Die Art und Weise des Vorgehens lasse jedes Fingerspitzengefühl vermissen.

Thomas Bauer: "Schutz der Bevölkerung"

Wurde hier tatsächlich zu radikal vorgegangen? „Der Graben wurde schon seit mindestens 20 Jahren nicht mehr geräumt“, berichtet Stadtwerke-Chef Thomas Bauer auf NÖN-Nachfrage.

Die Silberpappel muss wohl fallen.
NÖN

Man sei nun dabei, aufzuarbeiten und das ursprüngliche Profil des Baches wiederherzustellen. „Natürlich schaut das jetzt brutal aus, zumal die Gräben schon richtig zugewachsen waren“, räumt Bauer ein. Doch Bäume, die in der Böschung (wild) aufgegangen sind, „gehören natürlich entfernt“, da der Abfluss bei Starkregenereignissen nicht mehr gegeben wäre.

Somit sei festzuhalten, dass derartige Arbeiten zum Schutz der Bevölkerung durchgeführt werden, so der Stadtwerke-Chef, den die Kritik ärgert: „Es ist mir unbegreiflich, warum ständig gegen sinnvolle und notwendige Arbeiten gewettert wird – und meistens von selbsternannten Gutmenschen, welche aber keine Ahnung von solchen Maßnahmen haben.“

Grünen-Mandatar Ecker hält dazu entgegen: „Wir erwarten, dass künftig umsichtiger mit unserer Natur umgegangen wird.“