4.639 Florianis sind aufgerufen, zu wählen. Die FF-Kameraden im Bezirk Hollabrunn wählen ihre Kommandos neu. Für manche wird es ein wehmütiger Abschied, wie für Adolf Waltner.

Von Sandra Frank und Christoph Reiterer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:45)
Sie sind allzeit bereit, die FF-Kräfte, wie hier bei den Vorbereitungen zu den Covid-Massentests. Am Foto (v.l.): Bezirkskommandant Alois Zaussinger, sein Stellvertreter Reinhard Scheichenberger, Matthias Seidl,Hollabrunns Bürgermeister Alfred Babinsky und Wolfgang Brunthaler.
BFKDO Hollabrunn

Im Jänner 2021 stehen Wahlen an. In den 115 Feuerwehren des Bezirks werden die Kommandos neu gewählt. Exakt 4.639 Feuerwehrmitglieder sind wahlberechtigt. „Es dürfen alle aktiven Feuerwehrmitglieder, die Mitglieder der Reserve und die Mitglieder der Feuerwehrjugend, welche das 15. Lebensjahr vollendet haben, wählen, erklärt Wolfgang Thürr, Sprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos.

Wie läuft die Wahl ab? Der Bürgermeister übernimmt den Vorsitz der Versammlung, stellt das Wahlergebnis fest und lobt das neue Kommando an. Bis spätestens eine Woche vor der Wahl müssen Wahlvorschläge schriftlich beim Bürgermeister eingereicht werden.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen stellen die Feuerwehren dieses Mal vor eine besondere Herausforderung: Die Wahlen können nämlich nicht verschoben werden und müssen laut NÖ Feuerwehrgesetz verpflichtend bis Ende Jänner durchgeführt werden. „Deshalb finden die Wahlen unter strengsten Schutzmaßnahmen statt“, betont Thürr, der selbst Feuerwehrkommandant in Immendorf ist.

Je nach örtlichen Gegebenheiten gebe es verschiedene Maßnahmen, wie vorgeschriebene FFP2-Masken, Abstandsregeln, größere Versammlungsräume oder gekürzte Wahlversammlungen bis hin zu einem Wahlsystem ohne Versammlung.

„Wir hoffen, dass es allen 115 Feuerwehren wieder gelingt, ein Kommando zu finden. Auf alle Fälle haben die Feuerwehren unsere vollste Unterstützung dabei“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Alois Zaussinger.

Bei welchen Feuerwehren es zu einem Wechsel an der Spitze komme, wisse man erst am 31. Jänner 2021. „Im Gegensatz zu politischen Wahlen erfolgt der Wahlkampf meist in kameradschaftlicher Abstimmung innerhalb der Feuerwehr. Erfahrungsgemäß wird es aber rund ein Viertel sein“, meint Zaussinger.

Am 18. Februar folgen die sogenannten Funktionärswahlen auf Ebene von Bezirk, Feuerwehrabschnitt und Feuerwehrunterabschnitt.

Die NÖN hat einen besonders verdienten FF-Funktionär kontaktiert, mit dem nun eine Ära im Pulkautal zu Ende geht. Der gebürtige Mailberger wird zwar erst 63 Jahre jung (mit 65 muss mit der aktiven FF-Karriere Schluss sein), macht aber jetzt schon Platz. „Ich werde die Führung der Jugend überlassen“, sagt Adolf Waltner. Wichtig sei, dass es weitergeht. Mit seinen derzeitigen Stellvertretern Stefan Schmadlak und Johannes Hagen stehen designierte Nachfolger parat, die vom langjährigen Kommandanten bereits in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden wurden.

Überlässt nach 30 Jahren als Kommandant der FF Mailberg Jüngeren den Vortritt: Adolf Waltner.
privat

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt Waltner, der 1976 zur Feuerwehr kam und 1991 Kommandant der FF Mailberg wurde. „Wenn man so lange Kommandant ist, ist schon viel Herzblut dabei. Das ist ein Lebensabschnitt, den man hier verbringt, und man hat Vorbildwirkung in allen Belangen. Man ist bei jeder Übung und Ausbildung dabei. Alles andere steht im Hintergrund.“

Ab 1996 fungierte Waltner als Unterabschnittskommandant, zwei Jahre später war er bereits Stellvertreter von Abschnittschef Leopold Pröstler, dessen Position er schließlich im März 2011 einnahm. Bezeichnend: Der Feuerwehr hielt der Mailberger auch nach einem schweren gesundheitlichen Schicksalsschlag im Jahr 2014 die Treue. Just, bevor ein neues FF-Auto in Dienst gestellt werden sollte, erlitt er einen Schlaganfall. Doch bis heute brennt Waltner für die Feuerwehr und will seine Nachfolger nach Kräften unterstützen, sofern das gewünscht werde.

Die Zeit bringt eben Neuerungen. Gerade im Feuerwehrabschnitt Haugsdorf. Bei insgesamt 13 Feuerwehren bahnen sich sechs bis sieben Kommandantenwechsel an. „Es ist ein Generationenumbruch und es wird sich ein ganz anderes Gefüge ergeben“, sagt Waltner und meint: „Was ich in all den Jahren bei der Feuerwehr erlebt habe, würde ein Buch füllen.“

Was so erfüllend am FF-Dienst ist? „Das Miteinander, den Menschen zu helfen, die Kommunikation, die Kameradschaft, die sportliche Ertüchtigung.“

In Mailberg wird bereits am 2. Jänner gewählt. Dann geht mit Adolf Waltner eine eindrucksvolle Feuerwehr-Ära zu Ende.

Umfrage beendet

  • Habt ihr gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst?