Absagen wiegen schwer: Bierbrauer auf Sparflamme. Wieder Kurse bei Schalladorfer Brauerei, Zellerndorfer Brauerei experimentierfreudig.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:09)
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Durch die coronabedingten Absagen aller Großveranstaltungen hat die Nachfrage in Bezug auf Bier nachgelassen. Auch die Bierbrauer im Bezirk haben damit zu kämpfen.

Erntedankfeste, Oktoberfeste, Hochzeiten, Hoffeste, Craftbeermessen, Feuerwehrfeste: Die Liste der abgesagten Veranstaltungen ist kaum enden wollend. Stefan Kahrer von „Zebedäus Bräu“ in Zellerndorf und Jörg Gartler von der „Brauküche 35“ in Schalladorf bekommen das zu spüren. Ein Trost seien laut Kahrer die Zapfanlagen, die für private Feiern vermietet werden.

Im Lockdown erfinderisch geworden

Die Zebedäus-Bräu-Inhaber Stefan Kahrer und Florian Andre sind im Lockdown erfinderisch geworden. So ist in dieser Zeit eine Onlineverkostung entstanden: „Dabei haben wir unser Standardsortiment und unsere neuen, limitierten Biersorten vorgestellt“, schildert Kahrer im NÖN-Gespräch. Dafür musste man sich auf Facebook anmelden; vor der Onlineverkostung wurden die Kostproben kontaktlos vor die Haustüre geliefert. Per Live-stream konnten die Teilnehmer dann Kommentare schreiben und in einem Live-Chat Fragen rund ums Bier stellen.

Das Bierbrauduo zeigte sich zu Beginn der Coronakrise experimentierfreudig: 17 neue Sorten, wie zum Beispiel ein Cappuccino- und ein Weintrauben-Bier, sind in dieser Zeit in der Zellerndorfer Brauerei entstanden. Diese limitierten Biere wurden dann gleich bei der Onlineverkostung goutiert. Damit niemand an einem Bier-Mangel in den eigenen vier Wänden leiden musste, wurde ein Bier-Lieferdienst angeboten.

„Momentan ist die Situation schwierig, da wir in der Regel viele Veranstaltungen beliefern oder auch selbst organisieren und auch die Gastronomie zurzeit noch auf Sparflamme unterwegs ist“, erklärt Gartler auf NÖN-Nachfrage. Aus diesem Grund sei die „Brauküche 35“ mit der Produktion heruntergefahren und produziere nun weniger Bier. An Durst mussten die Kunden im Lockdown dennoch nicht leiden: Der Onlineshop war weiterhin verfügbar und ein eigener Lieferservice sorgte für erfrischendes Brauküche-Bier daheim.

„Zebedäus Bräu“ musste kein Bier wegschütten

Der Bierbrauer möchte sein Können und Wissen auch bei Kursen weitergeben. „Die Nachfrage ist sehr gut, aber auch hier gibt es Einbußen. Wir mussten einige absagen. Nun führen wir die Kurse aufgrund der Covid-Situation mit einer geringeren Teilnehmeranzahl durch“, erläutert Gartler.

Eine gute Nachricht haben die Bierbrauer von „Zebedäus Bräu“ noch zum Schluss: Sie mussten kein überschüssiges Bier wegschütten, wie es in anderen Brauereien der Fall war.

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