Ehrenamt Nikolaus hat „nichts an Glanz verloren“. Die Freude der Kinder ist die Motivation der Nikolaus-Darsteller.

Von Michael Böck und Sandra Donnerbauer. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:44)
Leonie Pithan und Tobias Schön besuchten denChristkindlmarkt in Pulkau und trafen den heiligenNikolaus (GemeinderatAndreas Siller).
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Wenn der Mann mit dem weißen Rauschebart, dem Bischofsstab und der dazugehörigen Mütze einen Raum betritt, dann kann man sicher sein, dass Kinderaugen leuchten. Denn der heilige Nikolaus hat auch immer kleine Geschenke mit dabei – für die braven Kinder, heißt es.

„Wenn ich als Nikolo in die Kirche einmarschiere, warten die Kinder schon ganz gespannt“Hannes Pamperl, Nikolaus von Wullersdorf

Einer, der seit zehn Jahren in diese beliebte Rolle schlüpft, ist Heurigenwirt Hannes Pamperl aus Hart-Aschendorf. Er ist der Nikolaus von Wullersdorf. Angefangen mit seinem außergewöhnlichen Hobby hat dieser in der Pfarre Oberstinkenbrunn, wo ihn der Pfarrer fragte, ob er „nicht den Nikolaus machen“ will, erinnert er sich im NÖN-Gespräch, wie alles begann. Und so kam er schließlich auch zu seinem „Job“ in Wullersdorf.

Heute erfreuen sich die Kinder der Marktgemeinde an seiner „Heiligen-Präsenz“. Seine Rolle nimmt Pamperl sehr ernst, ihm ist bewusst, dass sie enorme Verantwortung bedeutet. Darum müssen die Kinder schon mal, bevor sie ihr Sackerl mit Süßigkeiten bekommen, die eine oder andere Frage beantworten. Natürlich keine schwere, wie Pamperl schmunzelnd berichtet: „Der eigene Name als Antwort, reicht da oft schon aus.“

Diese Aufgabe sei jedenfalls erfüllend: „Es macht einfach Spaß, die Kinder freuen sich immer sehr. Wenn ich als Nikolo in die Kirche einmarschiere, warten sie schon ganz gespannt. Es werden Lieder gespielt, Geschichten erzählt. Das ist eine ganz besondere Atmosphäre“, spricht er von einer schönen Tradition. Dieser Auftritt rund um den 6. Dezember habe nichts an seinem Glanz verloren, zumindest nicht, seit Pamperl zum ersten Mal als Nikolaus auftrat.

Dies zu organisieren ist seit einigen Jahren die Aufgabe des Wullersdorfer Familienbundes mit seiner Obfrau Sandra Trittenwein. Sie und ihr Team sind froh darüber, dass mit Hannes Pamperl ein engagierter Nikolaus am Werk ist.

Arbeit gibt es auch für den Retzer Nikolaus genug

Der Retzer Robert Schimeck ist auch einer, der sich am 6. Dezember ins Kostüm wirft: Jedes Jahr findet in der Retzer Rathauskapelle eine Nikolausmesse statt. Die Kinder können sich danach am Hauptplatz ihre Geschenke vom Nikolaus und seinen zwei Engerln abholen.

Den Heiligen spielt Schimeck seit rund 15 Jahren voller Begeisterung: „Ich war schon früher in Wien für meine eigenen und die Nachbarskinder der Nikolaus. Das hat mir immer Spaß gemacht, wenn die Kinderaugen leuchten“, erzählt er. Der weiße Rauschebart ist sein eigener, das Kostüm bekommt er dabei vom Retzer Tourismusverein.

Arbeit gibt es für den Retzer Nikolaus genug. Mittlerweile kommen an die 800 Kinder, um sich ihr Sackerl abzuholen. Früher holte er die Kinder nach der Messe von der Kapelle ab und begleitete sie nach draußen. „Dort haben dann aber immer schon so viele gewartet, dass die paar aus der Kapelle keine Chance hatten“, erinnert sich Schimeck.

Deshalb bekommen die, die die Messe besuchen schon drinnen ihre Geschenke zu überreichen. „Seither ist die Kapelle voll.“ Mit den Kleinsten wechselt er gerne ein paar Worte und fragt sie, was sie sich vom Christkind wünschen. „Ich weiß dann immer, was gerade so in ist bei den Kindern“, meint der Nikolaus schmunzelnd.

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