Ender der Fastenzeit: Disziplin gilt fürs ganze Jahr. Die 40 Tage bis zum Osterfest werden im Bezirk bewusst gelebt. Dabei muss es nicht immer ums Essen gehen.

Von Peter Sonnenberg, Sandra Donnerbauer, Franz Enzmann und Christoph Reiterer. Erstellt am 17. April 2019 (04:38)
Enzmann
Expertin in gesunder Ernährung: die frischgebackene Wildkräuterbuch-Autorin Jennifer Frank-Schagerl

Kein Alkohol, kein Zucker, kein Fleisch, keine Zigaretten, kein Handy: Immer mehr Menschen nutzen die Fastenzeit, um sich selbst etwas zurückzunehmen. Auch bei Sport-Assen ist das ein Thema, wie Anze Kljajic und Alen Markovic, Legionäre des UHC Hollabrunn, beweisen.

Seit Jahren verzichten sie während der Fastenzeit auf Alkohol und ernähren sich bewusster. „Weil ich mich nachher viel besser fühle und ein paar Kilos abnehme“, erklärt Kljajic. Das ganze Jahr über will das der Bundesliga-Handballer aber nicht. „Ich will ja am Saisonende mit dem UHC feiern“, lacht er.

„Sobald ich wo den Duft von Kaffee rieche, ist das für mich ein Wohlfühl-Anker.“ Auf den täglichen Espresso würde Jennifer Frank-Schagerl nur ungern verzichten. 

Konsequenter ist da ORF-NÖ-Moderatorin Jennifer Frank-Schagerl. „Da ich ein absoluter Naturfan bin und finde, dass wir mit unserem Planeten sehr achtlos umgehen, verzichte ich das ganze Jahr auf tierische Produkte beim Essen, aber auch auf Plastik, wo ich nur kann“, sagt die frischgebackene Autorin des Buches „Wildkräuter Outdoorküche“ und betont: „Ich versuche, meinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, ohne dabei mich selbst zu vernachlässigen.“

Bio-Qualität ist der Kräuterpädagogin wichtig, die viel selbst anbaut und ihre Wildkräuter in der Natur sammelt. „Den ganzen Sommer über gehe ich fast nicht einkaufen, da ich Grundzutaten wie Nudeln, Reis etc. ohnehin zuhause habe und den Rest bekomme ich aus meinem eigenen Garten. Das ist für mich alles so viel mehr frische Lebensqualität und kein Verzicht!“

Eine Entbehrung, die sie nur schwer ertragen könnte, fällt der Hollabrunnerin dann aber doch ein: 40 Tage kein Kaffee. „Ich trinke zwar nicht viel Kaffee, aber die eine Tasse Espresso am Tag genieße ich sehr, das ist für mich mit zuhause verbunden, weil meine Mutter immer Kaffee gekocht hat. Und sobald ich wo den Duft von Kaffee rieche, ist das für mich ein Wohlfühl-Anker.“

Im Hotel Althof Retz gibt es bereits Überlegungen, Fastenangebote zu entwerfen, bestätigt Direktor Bernd Kleinschuster. Dabei reiche es freilich nicht, nur Wasser und Gemüse zu servieren, ein entsprechendes Begleitprogramm und eine Betreuung wären ebenso Voraussetzung. „Es würde ganz gut zu unserem VinoSpa-Konzept passen“, meint Kleinschuster.

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„In der Küche finde ich alle gesunden Zutaten in höchster Qualität und als Genussmensch genieße ich sie auch in der Zeit vor Ostern“, sagt Haubenkoch Harald Pollak vom Retzbacherhof. Er bemerkt, dass viele Gäste auf alkoholische Getränke verzichten, das Rauchen einschränken, weniger Fleisch und mehr Gemüse essen, aber: „Die Leute essen das ganze Jahr über bewusster als früher und fragen nach, woher die Produkte kommen“, erzählt der Spitzenkoch.

Wolfgang Dafert, Leiter der Straßenbauabteilung in Hollabrunn, räumt ein, das eine oder andere gute Achterl oder Krügerl weniger getrunken zu haben. Doch auch er zählt als „Hobby-Vegetarier“ zu jenen, die das ganze Jahr über bewusst leben: „Ich mache mir keinen Stress, esse aber wenig Fleisch von Tieren, die auf nicht sehr natürliche Weise ihr Leben gefristet haben.“

Bei Ziersdorfs Bürgermeister Johann Gartner, der unter anderem auch Präsident des NÖ-Fußballverbandes und Leader-Obmann der Region Weinviertel-Manhartsberg ist, drehen sich die guten Vorsätze vor allem um das Zeitmanagement. „Heuer habe ich mir nicht viel vorgenommen, aber normalerweise gelingt es mir ganz gut, Prioritäten zu verschieben und mir Zeit für mich sowie für Menschen zu nehmen, die mir wichtig sind.“

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