Erstkommunion und Firmung: „Gemeinschaft fehlt“. „Möglichst normal“ soll alles im Bezirk Hollabrunn ablaufen. Doch die Einschränkungen sind auch nach dem Lockdown groß.

Von Christiane Fürst und Barbara Witzany. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:45)
Dechant Michael Wagner setzt bei Erstkommunion und Firmung auf Präsenz.
NÖN

Die Erstkommunion wird in den Göllersbachpfarren heuer „möglichst normal“ stattfinden, sagt Hollabrunns Dechant Michael Wagner und meint damit das derzeitige „normal“: Maskenpflicht und Abstandsregelungen gelten; die erlaubte Teilnehmeranzahl ist beschränkt. Das gemeinsame Singen ist gestrichen, ebenso wie die Blasmusik, die die Kinder in die Kirche geleitet, das Vaterunser muss ohne Gesten auskommen.

„Es ist eine Zeit, in der der Ausdruck und die körperliche Gemeinschaft fehlen“, vermisst Wagner diese Aspekte.

Vorbereitung auf die Erstkommunion. Da die Konzentrationskurve der Kinder online geringer sei, versuchte Wagner, möglichst viele Teile der Vorbereitung in Präsenz abhalten zu können. Das funktionierte in den Göllersbachpfarren gut, weil die Kinder in der Schule regelmäßig getestet werden; die Gruppen wurden so eingeteilt, dass die Klassenkameraden zusammen waren. Die Treffen fanden in der Kirche statt, so konnte der Abstand gut eingehalten werden.

Familie wurde eingebunden. „Wir haben versucht, dass sich die Eltern zu Hause mit den Kindern mit einigen Dingen auseinandersetzen“, spricht Wagner etwa von einem Erstkommunionsplakat, das daheim gestaltet und dann in die Kirche gebracht wurde. So sollte zumindest ein Stück Gemeinsamkeit gewahrt werden. Manches sei durch die neue Art der Vorbereitung sogar dichter behandelt worden, glaubt Wagner. Was noch anders ist als in den Vorjahren? Der Geistliche bemerkte, dass weniger Familien an den Gottesdiensten teilgenommen haben. „Die Angst vor einer Infektion war auch bei uns in der Pfarre spürbar“, meint der Dechant.

Schwierige Firmvorbereitung. Da die Kinder nicht in dieselbe Klasse gehen oder gar dieselbe Schule besuchen, seien die Vorbereitungen für die Firmung schwieriger zu organisieren als die Erstkommunion. Die Anzahl der Firmlinge ist außerdem größer. Darum finden die Vorbereitungen in den Göllersbachpfarren online statt. „Ich hoffe, dass wir uns am Schluss dann noch öfter sehen können“, sagt Wagner.

Auf persönliche Treffen setzt auch Edmund Tanzer, Pfarrer in Radlbrunn. Derzeit gebe es noch keinen Firmunterricht, aber fünf der neun Firmlinge sind Ministranten. „Das macht es einfacher.“ Tanzer will auf Online-Unterricht verzichten. Warum? „Die Jugendlichen haben mit der Schule genug am Computer zu tun.“

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