Ferienbetreuung: Gemeinden schauen auf ihre Kinder. Abseits vieler Ferienspiele steigt das Angebot durchgängiger Betreuung.

Von Sandra Donnerbauer, Franz Enzmann, Sandra Frank und Günter Rapp. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:41)
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Endlich Ferien! Für die Eltern sind Ferien nur entspannend, wenn dieBetreuung der Kinder gesichert ist.

Berufstätige Eltern müssen sich stets den Kopf darüber zerbrechen: Was tun mit den Kindern in neun Wochen Ferien, wenn nicht zum Beispiel eine Oma zur Hand ist? Die Hollabrunner NÖN fragte bei den Gemeinden im Bezirk nach, die bemüht sind, den steigenden Bedarf zu decken.

„Bei uns sind die Kinder gut betreut“, sagt Guntersdorfs Bürgermeister Roland Weber. Alle, die während des Schuljahres in die Nachmittagsbetreuung gehen, haben auch in den Sommerferien einen sicheren Platz, wenn sie ihn brauchen.

Retz: „Verzeichnen jährlich eine steigende Nachfrage“

In Retz gibt es seit vielen Jahren eine Ferienbetreuung für Volksschulkinder, die man sich mehrere tausend Euro kosten lässt. Den Betreuungsbeitrag will man mit 25 bis 30 Euro pro Woche und Kind gezielt gering halten, um die Eltern nicht zu sehr zu belasten. „Wir verzeichnen jährlich eine steigende Nachfrage. Heuer sind schon 69 Kinder angemeldet“, erzählt Daniel Wöhrer, der seitens der Stadtgemeinde Retz dieses Angebot organisiert.

Aufgrund der steigenden Nachfrage werde heuer sogar erstmals eine Betreuung für Kindergartenkinder in jenen drei Wochen, in denen der Kindergarten geschlossen hat, angeboten. Hierfür stellt man eigens eine Kindergartenpädagogin an. Die Ferienbetreuung in Retz dürfen auch Kindern der Nachbargemeinden besuchen, solange genug Platz ist.

In Hollabrunn wird die Ferienbetreuung – wie die schulische Nachmittagsbetreuung – über die Firma Lerntiger abgewickelt: sechs Wochen in den Sommerferien sowie bei Bedarf auch in den anderen Schulferien. Im Kindergartenbereich wird Vollbetreuung geboten. Dazu gibt es ein reichhaltiges Ferienprogramm („Ferien kunterbunt“).

Direkt in Hardegg gibt es wegen fehlender Anmeldungen noch keine Betreuung. Es wird jedoch das Projekt „Kinderferien Thayatal“ angeboten, bei dem alle Kinder der Region „Waldviertler-Wohlviertel“ vier Wochen lang durch qualifizierte Pädagogen betreut werden.

In Sitzendorf werden sechs von neun Ferienwochen abgedeckt

Schon vor zwei Jahren haben sich die Stadtgemeinde Maissau sowie die Marktgemeinden Hohenwarth-Mühlbach und Ravelsbach zur Ferienbetreuung zusammengeschlossen. So können die ersten beiden Wochen im Juli sowie die letzten beiden im August abgedeckt werden. „Der Ferienbetreuung geht immer eine Bedarfserhebung voraus“, so Maissaus Bürgermeister Josef Klepp, der darauf hinweist, dass zusätzlich wieder ein Ferienspiel mit verschiedensten Aktivitäten angeboten wird.

Heuer wird die gemeinsame Ferienbetreuung in der Volksschule Ravelsbach durchgeführt. Die Kinder müssen von den Eltern gebracht werden. „Wer diese Betreuungseinrichtung in Anspruch nehmen möchte, ist zweifellos gerne bereit, den Anfahrtsweg für seine Kinder in Kauf zu nehmen“, meint Christina Arneth, für die Ferienbetreuung zuständige Gemeindemitarbeiterin.

In Sitzendorf werden sechs von neun Ferienwochen abgedeckt. „Vor ein paar Jahren war das Interesse nicht so groß, nun wird das Angebot immer mehr angenommen“, weiß Bürgermeister Martin Reiter. Heldenbergs Volksschüler können in Großweikersdorf oder Ziersdorf betreut werden.

Die Kinder aus Haugsdorf und Pernersdorf werden auch in den Ferien in der VS Haugsdorf betreut. In Alberndorf werden jene Schüler, die für die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten angemeldet sind, auch während der Ferien dort betreut – bis auf die dreiwöchige Sperrzeit …

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