Frequency 2019: „Ist egal, dass alle stinken“. Das Musikfestival in St. Pölten punktet bei Hollabrunnern mit Mix aus bekannten Bands und Newcomern.

Von Sandra Frank und Christiane Fürst. Erstellt am 21. August 2019 (05:36)
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Profis in Sachen Festival sind die Brüder Gerhard und Thomas Hagendorfer sowie Manuel Beneš (v.l.): Der Mix aus arrivierten Acts und Newcomerbands zeichne das St. Pöltner Frequency für sie aus. Tickets für das nächste Jahr hat sich das Trio bereits gesichert.

Einmal im Jahr pilgern Massen an Musikfans nach St. Pölten. Grund dafür ist das Frequency-Festival, bei dem heuer 74 Bands auf den Bühnen standen und etwa 200.000 Besucher begeisterten.

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Kerstin Hofbauer (l.) und ihre Freundin Sonja hatten sichtlich Spaß am Frequency. Sie wollen nächstes Jahr wieder mit dabei sein – aber nicht mehr zelteln.

Mittendrin war auch die Göllersdorferin: Kerstin Hofbauer. Zum zweiten Mal besuchte sie das Festival. Das Campen direkt am Gelände zählt für die 20-Jährige zu den Pluspunkten. „Man freundet sich dort mit vielen Leuten an, auch wenn alle stinken: Das ist jedem egal“, schmunzelt sie.

Ihre 15-köpfige Gruppe hatte sich fürs „Green Camping“ entschieden. Das sei ein Bereich, in dem merkbar mehr auf Sauberkeit geachtet wird: „Es gibt zwar auch viel Mist, aber nicht so übertrieben viel wie am normalen Camping-Platz“, erzählt die Göllersdorferin. Die Gruppe richtete sich mit zwei Pavillons und sechs Zelten ein.

„Wir übernachten wie schon seit einigen Jahren in der Pension Schlafgut. Fürs Zelteln sind wir zu alt“, erzählt hingegen Thomas Hagendorfer lachend. Er war zum 15. Mal Teil des Frequencys und mit seinem Bruder Gerhard sowie Manuel Beneš unterwegs. Alle drei sind über 40 und zählen zu den Festivalprofis des Bezirks.

„Wenn der Headliner ein Laptop ist, dann bin ich wohl zu alt dafür.“Manuel Beneš missfällt, dass immer mehr DJs im Line-Up zu finden sind

2004 war Hagendorfer mit seinen Freunden das erste Mal am Frequency-Festival, das damals noch in Salzburg stattfand. Der Hauptgrund seien vermutlich „Die Ärzte“ im Lineup gewesen, erinnert sich der Fotograf. Warum die Truppe dem Festival die Treue gehalten hat? Weil neben den arrivierten Acts wie „The Offspring“, „Prophets of Rage“ und „Macklemore“ auch Newcomer wie Billie Eilish oder Dermot Kennedy zu sehen seien, sagt Hagendorfer.

Der bunte Mix der Musikstile ist es auch, der Hofbauer gefällt. Und: Sie wollte „Kodaline“, Billie Eilish und Dermot Kennedy unbedingt live sehen, teilt sie den Musikgeschmack des Hollabrunner Trios.

Worüber Thomas Hagendorfer weniger erfreut ist: dass immer mehr DJs und deutsche Rapper im Lineup zu finden sind. Dem kann Beneš zustimmen: „Wenn der Headliner ein Laptop ist, dann bin ich wohl zu alt dafür.“

Im Laufe der Jahre habe sich allerdings das kulinarische Angebot durch die Foodtrucks sehr verbessert. Und: „Es gibt jetzt nicht mehr nur eine Sorte Bier, sondern auch Guinness und IPA“, ist Hagendorfer froh.

„Geiles Club-Gig-Feeling“: Band holte das ganze Publikum auf die Bühne

Das diesjährige Highlight von Hagendorfer und Beneš: „Plague Vendor haben auf der Weekender Stage das komplette Publikum, etwa 50 Personen inklusive Manuel und mir, auf die Bühne geholt. Dadurch ist richtiges Club-Gig-Feeling auf die Bühne gekommen“, erzählt Hagendorfer. „Sie rockten so ziemlich alle Anwesenden freudestrahlend in den Tag. Die Band müsst ihr euch merken!“, fällt auch Beneš’ Fazit positiv aus.

Trotz all der Höhepunkte hatte Kerstin Hofbauer große Sehnsucht nach einer Dusche. Zwar bemühen sich die Veranstalter, die Sanitäranlagen so sauber wie möglich zu halten, erzählt sie, doch mit der Dusche zu Hause seien die Anlagen eben nicht zu vergleichen. Fälle von Fäkalien in der Dusche würden sich außerdem extrem schnell herumsprechen. „Ich habe das Gefühl gehabt, das ganze Festivalgelände weiß davon Bescheid“, staunte die Besucherin.

Bereits jetzt steht fest, dass sie das Frequency auch im nächsten Jahr besuchen wird. Die Vorfreude auf die Band „AnnenMayKantereit“, kurz AMK, ist schon riesig groß. Dann will die Göllersdorferin mit ihrer Gruppe aber am Caravan-Campingplatz übernachten. „Wir können gleich im Bus campen, müssen kein Zelt aufstellen und man hat mehr Platz.“

2020, wenn das Frequency sein 20-Jahr-Jubiläum feiert, werden auch die Gebrüder Hagendorfer und Manuel Beneš wieder mit von der Partie sein. Der frühe Vogel fängt den Wurm: „Unsere Tickets haben wir schon gekauft.“

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